Daimler-Truck-Chefin erwartet chinesische E-Lkw-Offensive
Daimler-Truck-Chefin erwartet chinesische E-Lkw-Offensive

Daimler-Truck-Chefin Karin Rådström erwartet eine baldige Offensive chinesischer Elektro-Lkw auf dem europäischen Markt. Während chinesische Elektro-Pkw bereits gelegentlich auf deutschen und europäischen Straßen zu sehen sind, sind E-Lkw aus China bislang eine absolute Seltenheit. Doch das könnte sich nach Einschätzung der Konzernchefin ändern.

Chinesische Hersteller drängen nach Europa

„Ich erwarte auch eine Offensive bei den Lkw“, sagte Rådström im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Und weiter: „Es liegt an uns, vorbereitet zu sein.“ In China seien die einheimischen Lkw-Hersteller sehr stark. „Dort gibt es zig verschiedene Hersteller, es wird dort eine große Konsolidierung geben müssen – aber ich denke, wir werden uns ihnen stellen müssen“, betonte die Chefin des Dax-Konzerns.

Bislang gebe es bei den Lkw zwar viele Ankündigungen, aber man sehe die Fahrzeuge noch nicht bei den Kunden. „Ich denke, wir müssen konsequent daran arbeiten, innovativ zu bleiben und unsere Kosten zu optimieren“, sagte Rådström. Der Nutzfahrzeughersteller mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart steht unter Druck, da das Geschäft zuletzt nicht rund lief.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Erfahrungen aus dem Busgeschäft

Bei den elektrischen Bussen seien chinesische Hersteller bereits seit über zehn Jahren in Europa aktiv, erklärte Rådström, die derzeit auch Vorsitzende des Nutzfahrzeug-Ausschusses des Verbands europäischer Automobilhersteller (Acea) ist. „Sie haben Marktanteile gewonnen, aber sie haben den Markt nicht übernommen. Und wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, sehr profitabel und wettbewerbsfähig zu sein.“

Natürlich nehme man die chinesische Konkurrenz ernst, aber man sei auch selbstbewusst in dem, was man tue. „Wir können mit ihnen genauso konkurrieren wie mit amerikanischen, europäischen, koreanischen oder japanischen Wettbewerbern“, bekräftigte die Daimler-Truck-Chefin.

Geschäftszahlen unter Druck

Der Gewinn von Daimler Truck war 2025 um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro eingebrochen. US-Zölle und eine schwache Nachfrage in Nordamerika hatten das Geschäft stark belastet. Auch der Umsatz und Absatz waren zurückgegangen. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um 80 Prozent ein.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm „Cost Down Europe“ aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration