Nur zwölf Tage nach dem Aus mit Gastgeber Kanada bei der Weltmeisterschaft und der großen Enttäuschung ist Bayern-Star Alphonso Davies (25) schon wieder zurück an der Säbener Straße. Der Linksverteidiger, der bei der 0:3-Pleite gegen Marokko wegen Beschwerden im linken Oberschenkel nicht zum Einsatz gekommen war, absolvierte am Donnerstagmittag eine lockere Laufeinheit. Nach der enttäuschenden Weltmeisterschaft arbeitet Davies jetzt daran, bei Bayern bald wieder richtig fit zu werden. Dafür machte er nun den ersten Schritt!
Davies als erster WM-Fahrer zurück bei Bayern
Um 11.10 Uhr kam Davies raus und lief rund 25 Minuten unter der Anleitung von Reha-Coach Benjamin Sommer (44) auf den Plätzen – umgeben von der Großbaustelle. Den ersten Teil der Einheit lief der Kanadier noch alleine, später gesellte sich Offensiv-Star Serge Gnabry (31/Adduktoren-Ausriss im rechten Oberschenkel) hinzu. Der Nationalspieler drehte erst ein paar Runden mit Davies, ehe er noch mit dem Ball trainierte. Bis Gnabry wieder ins Mannschaftstraining zurückkehrt, soll es noch etwas dauern.
Noch vor wenigen Tagen war die Enttäuschung bei Davies groß. Die Weltmeisterschaft im eigenen Land hätte für ihn bitterer nicht laufen können. Ein Muskelbündelriss im linken, hinteren Oberschenkel, den sich der Abwehr-Star am 6. Mai beim Halbfinal-Aus in der Champions League gegen Paris zugezogen hatte, sorgte für das vorzeitige Saison-Aus und großes Zittern um die WM-Teilnahme. Obwohl er mit Fitness-Guru Matthias Blankenburg (47/Sportwissenschaftler und Personaltrainer) vor der Weltmeisterschaft hart für ein Blitz-Comeback arbeitete, reichte sein Fitnesszustand nicht für einen Einsatz in der Gruppenphase. Erst im Sechzehntelfinale gegen Südafrika (1:0) wechselte ihn Nationaltrainer Jesse Marsch (52) 15 Minuten vor Schluss rein – sein Comeback nach siebeneinhalb Wochen! Auf Social Media warfen ihm wegen der geringen Spielzeit Kritiker kürzlich sogar mangelnde Aufopferung für sein Heimatland und übertriebene Vorsicht mit Blick auf die kommende Bayern-Saison vor.
Kanadas Co-Trainer lobt Davies
Kanada-Co-Trainer Paul Stalteri (48/früher selbst Profi u.a. bei Werder und Gladbach) verteidigte die Vorwürfe und lobte Davies im Gespräch mit SPORT BILD in den höchsten Tönen. Stalteri: „Ich bewundere seine Moral und seinen Kampfgeist. Er hat nie den Kopf hängen lassen oder seinen Frust an den Kollegen rausgelassen. Im Gegenteil: In der Kabine und beim Training hat er seinen Jungs immer wieder Mut zugesprochen, sie aufgebaut und stark geredet. Trotz seiner Enttäuschung ist er unser Spaßvogel geblieben, hat in der Kabine für positive Stimmung gesorgt, die Kollegen zum Lachen gebracht.“
Ungewisse Zukunft für Davies
Nach der Saison möchte Davies auch bei Bayern jetzt besser in Schwung kommen. Allerdings ist auch beim Rekordmeister die Situation für den Linksverteidiger kompliziert. Mit der Verpflichtung der Bayern von DFB-Star Nathaniel Brown (23/kam für 50 Mio. plus 5 Mio. Boni von Eintracht Frankfurt) hat Davies jetzt einen Konkurrenten mit Stammplatz-Potenzial auf der linken Abwehrseite, der als absoluter Wunsch-Transfer von Kompany gilt. Die Zukunft von Davies ist unklar. Wegen der vielen Verletzungen soll sein sportlicher Stellenwert innerhalb der Mannschaft gesunken sein, ein Abgang ist nicht ausgeschlossen. Mehrere Saudi-Klubs sollen am Linksverteidiger interessiert sein. Wie SPORT BILD berichtet, sollen Vertreter sogar schon an der Säbener Straße gewesen sein.
Auch Karl sowie Bayern-Talente trainieren
Übrigens: Neben Davies und Gnabry trainierten am Donnerstagvormittag auch Lennart Karl (18/Muskelbündelriss im linken Oberschenkel) zusammen mit dem Talent Cassiano Kiala (17/Sprunggelenksverletzung). Shootingstar Karl soll nach BILD-Informationen in knapp zwei Wochen wieder ins Team-Training zurückkehren. Wenige Minuten zuvor gaben David Santos Daiber (19/Muskelsehnenriss im linken Oberschenkel) und Noel Aseko (20), der nach BILD-Informationen kurz vor einem Wechsel nach Frankfurt steht, ebenfalls Gas auf dem Trainingsplatz an der Säbener Straße.



