Die deutschen Automobilhersteller fallen im internationalen Wettbewerb weiter zurück. Dies zeigt eine aktuelle Analyse der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY, die die weltweit 19 größten Autobauer untersucht hat. Demnach sanken die Umsätze von Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW im ersten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,3 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten alle betrachteten Hersteller gemeinsam ein Plus von 1,7 Prozent.
Europäische und außereuropäische Hersteller im Vergleich
Besonders stark entwickelten sich die anderen europäischen Hersteller Stellantis und Renault mit einem Umsatzplus von 6,7 Prozent. Auch die US-amerikanischen Autobauer konnten um fünf Prozent zulegen, während japanische Hersteller ein Wachstum von 4,3 Prozent verbuchten. Lediglich die chinesischen Hersteller mussten einen Rückgang von 1,4 Prozent hinnehmen.
Operativer Gewinn: Große Unterschiede
Noch deutlicher fielen die Unterschiede beim operativen Gewinn (Ebit) aus, wobei Sondereffekte eine Rolle spielten. Insgesamt ging der operative Gewinn der 19 Hersteller um 32,4 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro zurück. Allerdings nahm der japanische Hersteller Honda milliardenschwere Abschreibungen auf Elektroautos vor, wie ein EY-Sprecher mitteilte. Der operative Gewinn der deutschen Hersteller sank um 23,3 Prozent. Noch stärker fiel der Rückgang bei den chinesischen Herstellern aus: Hier betrug das Minus 43,4 Prozent. Ganz anders die Entwicklung in den USA: Die Hersteller Ford, General Motors und Tesla erzielten ein Gewinnplus von 82,9 Prozent.
Gründe für die Schwäche der deutschen Hersteller
Laut EY-Autoexperte Constantin Gall profitieren die US-Hersteller unter anderem von der Abschirmung des US-Marktes gegen ausländische Produkte sowie von teilweise gekippten Einfuhrzöllen, die zu hohen Rückzahlungen führten. „Die gesamte deutsche Autoindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Strukturwandel: wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf der Elektromobilität belasten die Ergebnisse“, so Gall. Zudem sähen sich die deutschen Autokonzerne enormem Gegenwind ausgesetzt, sowohl in den USA als auch in China.
China bleibt das größte Problem
In China verzeichneten die drei deutschen Autobauer im ersten Quartal einen Absatzrückgang von 16 Prozent. „China bleibt eines der größten Probleme für die deutschen Konzerne“, sagte Gall. Der Markt sei extrem wettbewerbsintensiv, und hochpreisige Premium-Fahrzeuge verkauften sich aufgrund der schwachen Konjunktur schlecht. Im wachsenden Elektrosegment bevorzugten die Chinesen einheimische Marken. „Da gibt es für die westlichen Hersteller aktuell wenig zu gewinnen“, so Gall.



