Ein Jahr ohne das Lächeln der Biathlon-Ikone
Es ist ein Jahr her, seit Laura Dahlmeier, eine der erfolgreichsten deutschen Biathletinnen aller Zeiten, am 28. Juli 2025 am Laila Peak in Pakistan durch einen Steinschlag ums Leben kam. Die 31-Jährige, bekannt für ihr stets fröhliches Wesen, hinterließ eine Lücke, die kaum zu füllen ist. Ihr Vater Andreas sagte bereits vor Monaten: „Laura hätte es so gewollt, in den Bergen ihren Frieden zu finden.“ Ihre Mutter Susi ergänzte, sie sei „verschmolzen mit den Herzen der Berge“.
Die Trauer im Deutschen Skiverband
Im Deutschen Skiverband (DSV) ist die Trauer noch immer allgegenwärtig. Vorstandsmitglied Stefan Schwarzbach erklärte: „Laura fehlt uns einfach. Jeden Tag. Sie fehlt uns als herausragende Sportlerin, vor allem aber als Mensch. Mit ihrer Art, ihrer Bescheidenheit und ihren Werten hat sie viele Menschen berührt und den DSV nachhaltig geprägt. Daran hat sich auch ein Jahr nach ihrem Tod nichts geändert.“ Dahlmeier gewann in ihrer Karriere zwei olympische Goldmedaillen und sieben Weltmeistertitel. Sie erzielte 20 Siege im Weltcup und holte 2017 bei der WM in Hochfilzen fünf Goldmedaillen – eine bisher unerreichte Leistung.
Die Freundin Maren Hammerschmidt: „Eine Naturgewalt, die unzerstörbar war“
Maren Hammerschmidt, enge Freundin und ehemalige Biathlon-Kollegin, leidet noch immer unter dem Verlust. Sie berichtete der Deutschen Presseagentur: „Laura war für mich eine Naturgewalt, die unzerstörbar war. Ich habe immer gedacht, ihr passiert nie irgendwas.“ Die Trauer komme in Wellen, aber es werde langsam besser. Sie bereue, nicht öfter Zeit mit Dahlmeier verbracht zu haben. Nach der Trauerfeier im August 2025 sei sie krank geworden – Körper und Psyche hätten gestreikt. „Das hat mich sehr beschäftigt. Dass wir uns nicht die Zeit genommen haben, uns öfter zu sehen“, sagte Hammerschmidt, die heute Pressesprecherin des deutschen Biathlon-Teams ist.
Die dramatischen Umstände des Unglücks
Dahlmeier, ausgebildete Bergführerin und Mitglied der Bergwacht, war mit einer Seilpartnerin unterwegs. Aufgrund schwieriger Verhältnisse kehrten sie vor dem Gipfel um. Ein Steinschlag traf Dahlmeier tödlich. Rettungsversuche, an denen auch der Extremkletterer Thomas Huber beteiligt war, scheiterten. Kletterlegende Reinhold Messner kommentierte damals: „Der Laila Peak ist ein fantastischer, sehr steiler und schmaler Gipfel abseits der großen Berge wie K2 im Karakorum. Kommt von oben ein Steinschlag, ist es fast unmöglich, allen Felsen auszuweichen.“ Ihr Leichnam liegt unter Schnee und Eis – eine bewusste Entscheidung der Familie, ihn nicht bergen zu lassen.
Gedenken in Garmisch-Partenkirchen
In Dahlmeiers Heimatgemeinde Garmisch-Partenkirchen wurde der Kurpark im Frühjahr 2026 in Laura-Dahlmeier-Park umbenannt. Eine Gedenktafel erinnert an die beliebte Sportlerin. Vater Andreas sagte, wenn er dorthin gehe, sei er nie allein. Am Jahrestag planen die Eltern ein stilles Gedenken im engen Familienkreis – ganz im Sinne Lauras, die die Abgeschiedenheit der Berge liebte. Bei einer Gedenkfeier im August 2025 erklang das Oberreintal-Lied mit dem Refrain „Hei mi leckst am Arsch!“ – ein Ausruf, den Bergsteiger nach bestandenen Herausforderungen nutzen. Dahlmeier hatte die Musikstücke selbst ausgesucht.
Ein Leben zwischen Höchstleistung und Abenteuer
Dahlmeier beendete ihre Biathlon-Karriere 2019 mit 25 Jahren, nachdem sie alle Ziele erreicht hatte. Sie arbeitete anschließend als ZDF-Expertin und absolvierte die Ausbildung zur Berg- und Skiführerin. Ihr Leben war geprägt von Extremtouren: 2024 bestieg sie den Ama Dablam in Nepal mit einem Geschwindigkeitsrekord, 2025 den Great Trango Tower (6287 Meter). Kurz vor ihrem Tod postete sie: „Danke, Juni – für eine erstaunliche Zeit in den Bergen mit großartigen Menschen! Trainieren und sich auf das nächste große Expeditionsziel vorbereiten. Auf zu neuen Abenteuern – mit der Heimat immer im Herzen.“
Der Tod von Laura Dahlmeier erschütterte die Sportwelt und die Öffentlichkeit. Sie zeigte, wie wertvoll und zugleich zerbrechlich das Leben ist. Ihre Freundin Hammerschmidt fasst es zusammen: „Es ist einfach unbegreiflich für mich.“



