Mercedes-Benz hat im zweiten Quartal 2025 einen überraschenden Gewinnanstieg verbucht, doch die anhaltende Schwäche in China trübt den Ausblick. Das operative Ergebnis (Ebit) der Pkw-Sparte brach um 94 Prozent ein, belastet durch Wertminderungen auf chinesische Beteiligungen in Höhe von über 700 Millionen Euro. Der Stuttgarter Autobauer musste daher seine Jahresprognose nach unten korrigieren.
Konzerngewinn steigt trotz Umsatzrückgang
Von April bis Juni stieg das Konzernergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,5 Prozent von 957 Millionen Euro auf rund 1,09 Milliarden Euro, wie Mercedes mitteilte. Es ist der erste Anstieg im Vorjahresvergleich seit dem zweiten Quartal 2023. Der Umsatz ging hingegen um 3,3 Prozent auf etwas mehr als 32 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis stieg um 21,5 Prozent auf rund 1,55 Milliarden Euro.
Mercedes habe seine Effizienz und Produktivität weiter verbessert, hieß es. Kostenmaßnahmen aus einem laufenden Sparprogramm hätten das Ergebnis gestützt. Zudem trugen die Sparten Vans und Financial Services zum positiven Konzernergebnis bei und kompensierten teilweise die Schwäche der Pkw-Sparte.
China-Geschäft bricht ein – Absatzminus von 30 Prozent
Ein deutliches Minus in China hatte im zweiten Quartal erneut für einen Absatzrückgang gesorgt. Mercedes verkaufte rund 512.000 Pkw und Vans, ein Rückgang von sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Bei den Pkw allein ging der Absatz in China um 30 Prozent zurück. Die Veränderungen seien auf verstärkten Marktdruck, einen ungünstigeren Modellmix und Kosten für Anlaufkampagnen zurückzuführen, so das Unternehmen.
Das operative Ergebnis der Pkw-Sparte brach von 783 Millionen Euro auf nur noch 49 Millionen Euro ein – ein Rückgang von etwa 94 Prozent. Darin enthalten ist eine Wertminderung an chinesischen Beteiligungen von über 700 Millionen Euro. Bereinigt um diesen Effekt sank das Ebit der Pkw-Sparte um 26 Prozent auf 909 Millionen Euro.
Prognose angepasst – Absatz leicht unter Vorjahr erwartet
Vor dem Hintergrund des herausfordernden Marktumfelds in China passte Mercedes Teile seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2025 an. So rechnet der Autobauer nun mit einem Pkw-Absatz leicht unter Vorjahresniveau, statt wie zuvor auf Vorjahresniveau. Entsprechend werde auch der Konzernumsatz leicht unter dem Vorjahr erwartet. „Auch in einem anspruchsvollen Marktumfeld sind wir im zweiten Quartal auf Kurs geblieben und haben unsere Modelloffensive beschleunigt“, sagte Mercedes-Chef Ola Källenius. In der zweiten Jahreshälfte konzentriere man sich darauf, neue Modelle auf den Markt zu bringen und die Kostenposition sowie Produktivität weiter zu verbessern.
Nach den ersten sechs Monaten des Jahres ist das Konzernergebnis um 6,3 Prozent auf rund 2,52 Milliarden Euro zurückgegangen. Der Umsatz sank um 4,1 Prozent, das operative Ergebnis um 3,1 Prozent.
Langfristiger Gewinneinbruch und Sparprogramm
Der aktuelle Gewinnanstieg kann nicht über die längerfristige Abwärtsentwicklung hinwegtäuschen. 2024 war der Gewinn um 28,4 Prozent auf rund 10,4 Milliarden Euro zurückgegangen, 2025 brach er dann um knapp die Hälfte auf nur noch 5,3 Milliarden Euro ein. Mercedes hatte darauf mit einem mehrjährigen Sparprogramm reagiert, das Ende Juni 2025 noch verschärft wurde. Als Sofortmaßnahme verschob der Konzern eine tarifliche Sonderzahlung auf das kommende Jahr. Zugleich entfachte der Vorstand eine Debatte über Arbeitskosten in Deutschland mit der Aussage, dass für das gleiche Geld mehr gearbeitet werden müsse. Dies führte zu Protesten der Beschäftigten.



