Emirates-Präsident Sir Tim Clark hat auf der Luftfahrtmesse in Farnborough scharfe Kritik an Boeing geübt. Die ersten zehn Exemplare des Langstreckenjets Boeing 777X werde die Golf-Airline nicht abnehmen. Er spottete, die Flugzeuge könne man genauso gut zu Konservendosen verarbeiten. „Heinz wäre interessiert – für Baked-Bean-Dosen“, sagte Clark dem britischen „The Telegraph“.
Jahrelange Verzögerungen und technische Pannen
Die Boeing 777X sollte ursprünglich 2020 in Dienst gehen, doch das Programm leidet unter massiven Verzögerungen. Zu den Problemen zählen ein Fehler an der Schubsteuerung, der Testflüge stoppte, ein Zwischenfall mit unerwartetem Anheben der Nase sowie ein strukturelles Versagen bei einem Belastungstest. Emirates hatte insgesamt 270 Maschinen bestellt, wartet aber bis heute auf die Auslieferung.
Clark machte deutlich, dass die ersten zehn Jets technisch derart von den späteren Serienmodellen abwichen, dass eine Nachrüstung unwirtschaftlich sei. „Wir nehmen diese Charge nicht“, sagte er. Was Boeing mit den Flugzeugen mache, sei deren Sache.
Boeing räumt Veränderungen ein
Stephanie Pope, Chefin von Boeing Commercial Airplanes, bestätigte, dass sich die Flugzeuge während der Entwicklung erheblich verändert hätten. Man müsse bei den frühen Exemplaren prüfen, ob Umbauten wirtschaftlich sinnvoll seien. Boeing wolle für Kunden die bestmögliche Lösung finden. Die Zertifizierung und erste Auslieferungen werden frühestens Ende 2027 erwartet – mit sieben Jahren Verspätung. Ob dieser Zeitplan haltbar ist, bleibt unsicher.



