Das Europäische Parlament hat mit großer Mehrheit für neue Vorschriften gestimmt, die sicherstellen sollen, dass Autos künftig so konstruiert werden, dass möglichst viele Teile leicht ausgebaut und wiederverwendet werden können. Ziel ist es, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und die Abhängigkeit von Rohstoffimporten zu verringern.
Mehrheit für die Verordnung
Insgesamt stimmten 437 Abgeordnete in Straßburg für die Verordnung, 112 waren dagegen, 20 enthielten sich. Vertreter des Parlaments und der Mitgliedstaaten hatten sich bereits im Dezember auf die neuen Regeln geeinigt. Bevor sie in Kraft treten, müssen sie noch von den Mitgliedstaaten bestätigt werden. Zwei Jahre später sollen sie dann gelten.
Seltene Erden und Metalle im Fokus
Die Vorgaben zielen darauf ab, dass Materialien wie Aluminium, Kupfer und seltene Erden verstärkt recycelt und wiederverwendet werden. Diese Rohstoffe werden derzeit oft unter hohem Energieaufwand abgebaut oder aufbereitet. Durch das Recycling soll Europa unabhängiger von Importen werden und die Autoindustrie umweltfreundlicher gestalten.
Künftig muss ein bestimmter Anteil des Kunststoffs in neuen Fahrzeugtypen aus Materialien bestehen, die aus Altfahrzeugen und gebrauchten Autoteilen gewonnen werden.
Zahlen und Fakten zur EU-Autoflotte
Nach Angaben der EU-Kommission sind in der Europäischen Union rund 286 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs. Jedes Jahr erreichen etwa 6,5 Millionen Fahrzeuge das Ende ihrer Lebensdauer. Bei bis zu vier Millionen Fahrzeugen pro Jahr erfahren die Behörden jedoch nicht, was nach der Abmeldung mit ihnen geschieht – ob sie verschrottet oder exportiert werden.
Hersteller übernehmen Kosten
Laut Parlament werden die Hersteller künftig für die Kosten der Sammlung und Entsorgung von Altfahrzeugen innerhalb der EU verantwortlich sein. Diese Pflicht beginnt drei Jahre nach Inkrafttreten der neuen Regeln, voraussichtlich im Jahr 2031. Altfahrzeuge sind nach Definition der EU-Kommission grundsätzlich nicht reparierbare Fahrzeuge ohne historischen Wert.
Autos, die für nicht mehr verkehrstauglich erklärt wurden, dürfen nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren nicht mehr exportiert werden.
Reaktionen aus der Politik
Der Europaabgeordnete Jens Gieseke (CDU) begrüßte den Beschluss: „Wertvolle Rohstoffe bleiben im Wirtschaftskreislauf erhalten, die Abhängigkeit von teuren Importen aus Drittstaaten sinkt und Europa wird widerstandsfähiger gegenüber globalen Krisen. Das ist gut für unsere Umwelt, unsere Unternehmen und für Europa insgesamt.“



