Nach siebeneinhalb Wochen Pause wegen eines Muskelbündelrisses im linken, hinteren Oberschenkel feierte Bayern-Star Alphonso Davies (25) am Sonntagabend sein Comeback für die kanadische Nationalmannschaft. Beim 1:0-Sieg im WM-Sechzehntelfinale gegen Südafrika wurde der Kapitän in der 75. Minute eingewechselt. Möglich machte dies ein Fitness-Guru aus Deutschland: Matthias Blankenburg (47).
Spezieller Reha-Plan von Matthias Blankenburg
Der Sportwissenschaftler und Personaltrainer war extra aus München in die USA gereist, um im kanadischen WM-Camp mit Davies einen individuellen Reha-Plan Schritt für Schritt zu absolvieren. Nationaltrainer Jesse Marsch (52) hatte eine Sondergenehmigung für den externen Coach erteilt. „Es war wichtig, jemanden zu haben, der genau weiß, wie er mit ihm umgehen muss“, erklärte Marsch.
Blankenburg ist Geschäftsführer und Inhaber des Münchner Fitnessstudios Myos an der Leopoldstraße. Der ehemalige Zehnkämpfer ist mit seinem Team auf Diagnostik, Trainingstherapie, Physiotherapie und Osteopathie spezialisiert. Er arbeitete bereits mit Bayern-Größen wie David Alaba (34), Franck Ribéry (43) und Jérôme Boateng (37) zusammen. Davies vertraute ihm nun bei der heiklen Reha für die Heim-WM.
Risikomanagement bei Davies' Verletzungsgeschichte
Der Linksverteidiger hatte zuvor bereits eine Zerrung und einen Faserriss im rechten Oberschenkel (Februar 2026) sowie einen Kreuzbandriss im rechten Knie (März 2025) erlitten. Deshalb musste bei der Rückkehr höchste Vorsicht walten. Die Bayern hatten in Gesprächen zwischen Marsch und Sportdirektor Christoph Freund (48) deutlich gemacht, dass keinerlei Risiko eingegangen werden dürfe. Deshalb reiste Blankenburg mit ins Teamcamp.
Taktischer Bluff: Davies saß nur auf der Bank
Seit Anfang Juni wurde diskutiert, ob Davies womöglich zu früh wieder spielen würde. Das erste Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina (1:1) verpasste er noch, gegen Katar (6:0) und die Schweiz (2:1) saß er jedoch auf der Bank. Marsch verriet nun: „Wir wussten früh, dass er nicht in der Gruppenphase spielen kann, also haben wir ihn als Ablenkungsmanöver auf die Bank gesetzt. Es ging nur darum, jeden Vorteil zu nutzen, der möglich ist.“
Dank dieser Strategie und der Arbeit von Fitness-Guru Blankenburg konnte Davies rechtzeitig für die K.o.-Phase der Heim-WM fit gemacht werden. Sein Comeback gegen Südafrika war ein wichtiger Schritt für Kanada, das nun im Viertelfinale steht.



