Geldwäsche-Skandal: Fußballverein Türkischer SV Pforzheim vor Insolvenz
Geldwäsche-Skandal: Fußballverein vor Insolvenz

Der Fußballverein Türkischer SV Pforzheim steht vor dem finanziellen Aus. Nach Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Geldwäsche in großem Stil und massiven Steuerschulden wurde nun ein Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Der Verein, der in der Verbandsliga spielte, kämpft ums Überleben.

Zollkontrolle am Flughafen deckt Bargeld auf

Im Februar 2026 geriet der badische Club ins Visier des Zolls. Als die Mannschaft von Stuttgart aus ins Trainingslager in die Türkei fliegen wollte, fanden die Beamten bei der Kontrolle insgesamt 215.000 Euro Bargeld in den Koffern der Spieler. Jeder Spieler hatte bis zu knapp 10.000 Euro dabei. Da bei allen Teammitgliedern hohe Summen entdeckt wurden, schritt der Zoll ein. Gegen 29 Spieler wurde ermittelt.

Hauptbeschuldigte festgenommen

Kurz nach der Kontrolle wurden zwei Hauptbeschuldigte festgenommen. Dr. Eckhard Maak von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart erklärte auf Anfrage, dass die Ermittlungen andauern. „Insbesondere werden derzeit noch Beweismittel ausgewertet. Nach derzeitigem Stand wurde kein Haftbefehl aufgehoben oder außer Vollzug gesetzt“, so Maak. Nach Informationen handelt es sich bei den beiden Verhafteten um ehemalige Sponsoren des Vereins.

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Steuerschulden in sechsstelliger Höhe

Florian Thanner übernahm Ende April den zweiten Vorsitz des Vereins. Wegen Spielermangels musste der SV seine letzten Saisonspiele absagen, fiel auf den letzten Tabellenplatz und stieg aus der Verbandsliga ab. Trainer Gökhan Gökce trat zurück. Laut dem SWR haben der Verein und Thanners Vorgänger in den vergangenen sechs Jahren keine Steuererklärungen abgegeben. Dadurch haben sich laut den „Badischen Neuesten Nachrichten“ fast 200.000 Euro an Schulden angehäuft.

Gericht bestätigt Insolvenzantrag

Dem Verein wurde nicht nur die Gemeinnützigkeit aberkannt. Das Finanzamt Pforzheim stellte am 30. April einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gegen Germania Union 1869 Türkischer SV Pforzheim. Oliver Weik, Direktor des zuständigen Amtsgerichts Pforzheim, bestätigte, dass am 26. Mai ein Rechtsanwalt mit einem Gutachten beauftragt wurde. Dieses soll klären, ob ein Eröffnungsgrund vorliegt, ob eine kostendeckende Masse vorhanden ist und ob Aussichten für eine Fortführung des Vereins bestehen. Für die Erstellung des Gutachtens wurde eine Frist von einem Monat gesetzt.

Vereinsvize Florian Thanner äußerte sich zuversichtlich: „Unsere Hoffnung ist, dass der Insolvenz stattgegeben wird. Nur so hat der Verein eine echte Chance auf einen Neuanfang.“

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