Ein verheerender Waldbrand in der nordostspanischen Region Aragonien hat sich zum größten Flächenbrand des Jahres in dem beliebten Urlaubsland entwickelt. Nach Angaben der Regionalregierung wurden bislang fast 12.000 Hektar Land zerstört – eine Fläche, die größer ist als die Insel Sylt. Das Feuer, das am Mittwoch ausbrach, ist weiterhin außer Kontrolle, wie Aragoniens Regionalpräsident Jorge Azcón mitteilte.
Über 1100 Menschen evakuiert
Mehr als 1100 Menschen mussten laut Behörden ihre Häuser verlassen. Betroffen sind die fünf Ortschaften Orés, Asín, Luesia, Malpica de Arba und Uncastillo in der Provinz Saragossa, rund 100 Kilometer nördlich der Regionalhauptstadt. Auch in der Stadt Petilla de Aragón in der benachbarten Region Navarra wurden Bewohner in Sicherheit gebracht. Weitere Evakuierungen seien derzeit nicht geplant, hieß es.
Wetterbedingungen erschweren Löscharbeiten
Die Gefahr einer weiteren Ausbreitung bleibt wegen der Wetterbedingungen mit starken, wechselnden Winden, hohen Temperaturen und niedriger Luftfeuchtigkeit sehr hoch. Mehr als 400 Einsatzkräfte sowie zahlreiche Löschhubschrauber und Löschflugzeuge kämpfen gegen die Flammen. Unterstützt werden sie unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit (UME).
Häuser beschädigt und Stromausfälle
In der Nacht und am Freitagvormittag konzentrierten sich die Feuerwehrleute darauf, Wohngebiete in Malpica de Arba und Uncastillo zu schützen. In Asín wurden bereits zehn Häuser beschädigt, auch anderswo wurden Häuser Opfer der Flammen. Zudem brannte ein Ziegenhof nieder. Die Stromversorgung ist in Asín und Orés weiterhin unterbrochen.
Waldbrandserie in Spanien und Europa
Spanien sowie der iberische Nachbar Portugal und andere europäische Länder werden seit Wochen von einer ganzen Serie an Waldbränden heimgesucht. Bei einem Brand vorige Woche in der Region Andalusien starben 13 Menschen – mehrheitlich ältere, in der Provinz Almería wohnende Ausländer, darunter sieben Briten und drei Belgier. Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer allein in Spanien bereits mehr als 70.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen.



