HSV stellt Dompé frei: Wechsel vor Trainingslager
HSV stellt Dompé frei: Wechsel vor Trainingslager

Am Montagmorgen machte sich der Hamburger SV auf den Weg ins Trainingslager nach Herzogenaurach – ohne Jean-Luc Dompé. Der Klub hat den 30-jährigen Flügelstürmer mit sofortiger Wirkung freigestellt. Damit zieht der HSV die Konsequenz aus einer sportlichen Entwicklung, die sich bereits in der vergangenen Rückrunde abgezeichnet hatte. Für Dompé, der noch bis 2027 unter Vertrag steht, ist die Zeit im Volkspark offenbar endgültig abgelaufen.

Die Vorgeschichte: Alkoholfahrt und Fitness-Defizite

Dompé galt einst als Publikumsliebling und wechselte im August 2022 von Zulte Waregem nach Hamburg. Doch seit Monaten dominierten Negativschlagzeilen das Bild des Franzosen. Im Januar wurde er mit 1,4 Promille Alkohol im Blut von der Polizei gestoppt – der Führerschein war daraufhin weg. In der Rückrunde der vergangenen Saison fand er kaum noch Berücksichtigung in der Bundesliga, sein letzter Einsatz datiert vom März.

Nach dem Sommer-Urlaub kehrte Dompé mit deutlichen Fitness-Defiziten zurück und verletzte sich prompt. Auch in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit konnte er das Trainerteam nicht überzeugen. Der Verein und die Spielerseite standen laut übereinstimmenden Berichten bereits seit Wochen in Gesprächen über einen Wechsel. Saudi-Arabien, Griechenland und die Türkei galten als mögliche Ziele. Nun kommt Bewegung in die Personalie.

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Persönliches Gespräch mit Krüger und Costa

Die Entscheidung zur Freistellung wurde Dompé in einem persönlichen Gespräch mit Vorstand Kathleen Krüger (41) und Sportdirektor Claus Costa (42) mitgeteilt. Costa erklärte die Beweggründe des Vereins: „Jean-Luc und der HSV haben sich mit Blick auf die zurückliegenden Jahre gegenseitig viel zu verdanken. Seine sportliche Situation hat sich jedoch bereits im Laufe der vergangenen Rückrunde deutlich verändert. Das Trainerteam hatte ihm zudem nach Ende der abgelaufenen Spielzeit in einem persönlichen Gespräch seine Rolle aufgezeigt. Mit Beginn der Vorbereitung haben wir die sportliche Gesamtsituation erneut bewertet. Nach enger Abstimmung mit den Trainern sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass Jean-Luc in unseren Planungen für die anstehende Saison keine Perspektive mehr besitzt.“

Auch Kathleen Krüger bezog Stellung: „Mit Blick auf die Weiterentwicklung des Vereins und unserer Mannschaft setzen wir bei unseren Spielern auf ein klares Anforderungsprofil, das sich insbesondere durch eine hohe Intensität, große Bereitschaft und die Art und Weise auszeichnet, wie wir Fußball spielen wollen. Vor diesem Hintergrund haben wir uns ausschließlich aus sportlichen Gründen zu diesem Schritt entschieden.“

Keine Rolle in den Testspielen

Dompés fehlende Perspektive wurde in den jüngsten Vorbereitungsspielen mehr als deutlich. Im ersten Test beim Rapid Wien (2:3) wurde er erst in der 77. Minute als letzter Spieler eingewechselt. In den folgenden Partien gegen den 1. FC Heidenheim (3:1) und den FC Everton (1:2) stand der Franzose nicht einmal im Kader. Das Trainerteam um Steffen Baumgart setzte stattdessen auf andere Optionen und signalisierte damit früh, dass Dompé in den Planungen keine zentrale Rolle mehr spielt.

Durch die Freistellung verliert Dompé vorerst auch den Anschluss an das Mannschaftstraining. Er wird sich individuell fit halten müssen, um für einen möglichen neuen Klub bereit zu sein. Der HSV hofft offenbar, durch die klare Ansage den Abschied zu beschleunigen und eine Einigung mit einem Interessenten zu erzielen.

Wechsel als einziger Ausweg

Für Dompé bleibt nun nur noch ein Vereinswechsel. In Saudi-Arabien, Griechenland und der Türkei gibt es offenbar Vereine, die sich eine Verpflichtung des pfeilschnellen Flügelspielers vorstellen können. Die Freistellung durch den HSV dürfte die Verhandlungen erleichtern, auch wenn Dompé weiterhin einen laufenden Vertrag besitzt. Der Klub ist bereit, den Spieler bei einem passenden Angebot ziehen zu lassen – eine Ablöse scheint ebenso denkbar wie ein Leihgeschäft mit Kaufoption.

Die Entscheidung der HSV-Verantwortlichen ist ein klares Signal an die Mannschaft und die Fans: Leistung und Einsatzbereitschaft haben Priorität. Dompé, der in seiner besten Phase für spektakuläre Tore und Vorlagen sorgte, konnte in den vergangenen Monaten nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen. Ob er seine Karriere im Ausland neu beleben kann, bleibt abzuwarten.

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