Die IG Metall hat einen bundesweiten Aktionstag gegen den geplanten Stellenabbau bei Volkswagen gestartet. Vor der Aufsichtsratssitzung des Konzerns am Donnerstag protestieren Beschäftigte an mehreren Standorten. In Osnabrück versammelten sich am Vormittag rund 70 Vertrauensleute und Betriebsräte vor dem Werkstor. Mit Trillerpfeifen und einem Banner mit der Aufschrift „Vereint für unsere Zukunft kämpfen“ machten sie ihrem Unmut Luft.
Proteste an allen VW-Standorten
Die Gewerkschaft kündigte an, dass es im Laufe des Tages an allen Konzernstandorten in Deutschland Aktionen geben werde. In Wolfsburg ist eine Kundgebung direkt am Vorstandshochhaus geplant. Weitere Proteste sind in Emden, Zwickau, Hannover und Kassel vorgesehen. Laut IG Metall handelt es sich nicht um einen Arbeitskampf, sondern um Informations- und Protestveranstaltungen.
Hintergrund: Verschärfte Sparpläne
Auslöser der Proteste sind Berichte über verschärfte Sparpläne bei Volkswagen. Laut „manager magazin“ sollen bis zu 100.000 Stellen weltweit gestrichen werden – doppelt so viele wie bisher geplant. Vier Werken in Deutschland droht demnach sogar die Schließung: Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm. Der Standort Osnabrück, an dem noch das T-Roc Cabrio gefertigt wird, sucht bereits nach einer neuen Nutzung, da die Pkw-Fertigung 2027 ausläuft. Der Konzern verhandelt mit Rüstungsunternehmen über eine mögliche Übernahme. Eine Entscheidung soll bis Jahresende fallen.
Stimmen aus der Belegschaft
Osnabrücks IG-Metall-Chef Stephan Soldanski sagte, die Belegschaft sei kämpferisch. „Wir brauchen aus Wolfsburg eine Zukunft für unseren Standort, aber auch für alle anderen Standorte. Das kann nur der Vorstand garantieren.“ Die Beschäftigten warteten bereits seit zwei Jahren auf eine Entscheidung. „Wir können uns sehr gut vorstellen, wie sich die Beschäftigten fühlen, wo spekuliert wird, was als Nächstes schließen soll“, so Soldanski. Er machte deutlich: „Wir sind nicht hier, um den Laden abzuschließen, sondern wir wollen Zukunft.“
Reaktion von Volkswagen
Ein VW-Sprecher zeigte Verständnis für die Sorgen der Belegschaft. „Wir können nachvollziehen, dass sich die Belegschaft Sorgen um die Zukunft unseres Unternehmens macht. Der Vorstand und der Aufsichtsrat der Volkswagen AG teilen die Sorgen um die Zukunft des Volkswagen-Konzerns.“ Der Vorstand habe einen umfangreichen Zukunftsplan entwickelt, der nun im Aufsichtsrat erörtert werde.



