Die Erdbeersaison ist in vollem Gange, doch viele Verkaufsstände von „Karls Erdbeerhof“ bleiben immer wieder geschlossen. Das sorgt nicht nur bei Kunden für Frust, sondern auch bei Firmenchef Robert Dahl. Im Gespräch mit der Morgenpost erklärte Dahl die Hintergründe und kündigte Gegenmaßnahmen an.
Hohe Nachfrage trifft auf begrenztes Angebot
Obwohl jeder Deutsche im Schnitt über drei Kilo Erdbeeren pro Jahr verzehrt, sind die roten Früchte derzeit oft Mangelware. „Wir würden natürlich gerne immer bis spät abends verkaufen, aber wir haben teilweise einfach keine Erdbeeren mehr“, so Dahl. Besonders im Mai sei die Nachfrage größer als das Angebot, da von den frühen Sorten weniger angepflanzt werden. Die Folge: Verkaufsstände schließen bereits vor dem Abend, sobald die letzte Kiste verkauft ist.
Ärger für alle Beteiligten
Die Situation ist aus mehreren Gründen unbefriedigend. „Gerade die Kunden, die nach Feierabend noch Erdbeeren kaufen wollen, gehen dann leer aus“, bedauert Dahl. Auch für das Unternehmen bedeuten die Engpässe weniger Umsatz. Zudem leiden die Verkäuferinnen und Verkäufer, die auf Stundenbasis arbeiten, unter den Schließungen. „Wir wollen eigentlich, dass jeder Stand eine Kiste zu viel hat, sodass wir immer bis abends geöffnet bleiben können“, erklärt der Unternehmer.
Besserung in Sicht
Seit dem 10. Juni läuft die Haupterntesaison, sodass sich die Lage etwas entspannt hat. Für die Zukunft plant Dahl, 30 Hektar mehr von den frühen Sorten anzupflanzen, um die Versorgung bereits im Mai zu sichern.
Preise im Vergleich
Regionale Erdbeeren sind derzeit vergleichsweise günstig. Ende Mai lag der Durchschnittspreis für ein Kilo deutsche Erdbeeren bei 6,15 Euro, wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mitteilt. Das sind rund vier Prozent mehr als im Vorjahr (5,91 Euro). Grund sind gestiegene Produktionskosten, etwa für Energie und Löhne. Im Supermarkt gab es zeitweise Aktionspreise von 2,49 Euro für die 500-Gramm-Schale, umgerechnet 4,98 Euro pro Kilo. Zum Saisonstart im April lag der Preis noch bei 7,97 Euro.



