Kreuzberg: Bezirksparlament stimmt nun doch für Holzhochhaus WoHo
Kreuzberg sagt Ja zum Holzhochhaus WoHo

Sondersitzung in Kreuzberg bringt Kehrtwende

Das Bezirksparlament in Berlin-Kreuzberg hat in einer Sondersitzung am Donnerstagabend überraschend doch noch grünes Licht für das umstrittene Holzhochhausprojekt „WoHo“ gegeben. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hatte das Vorhaben eigentlich am 28. Mai abgelehnt, doch die Grünen-Fraktion erzwang eine erneute Abstimmung, da bei der ersten Sitzung zwei ihrer Mitglieder fehlten.

Chaotische erste Abstimmung

In der ersten Sitzung Ende Mai stimmten Linke, SPD und FDP gegen das von Grünen-Baustadtrat Florian Schmidt vorangetriebene Projekt. Die CDU enthielt sich, sodass die Stimmen der Grünen allein nicht ausreichten. Die Grünen beantragten daraufhin eine Vertagung, um eine Wiederholung zu ermöglichen.

Zweite Abstimmung erfolgreich

Bei der Sondersitzung am Donnerstag waren alle Grünen anwesend, und die CDU stimmte diesmal für das Hochhaus. Damit ist der Bebauungsplan für das Grundstück an der Schöneberger Straße 22 genehmigt. Das Areal wird von einem Gewerbe- in ein Mischgebiet umgewandelt, auf dem das „WoHo“ errichtet werden kann. Jan Thomas Alter, Co-Vorsitzender der CDU-Fraktion, begründete die Zustimmung: „Es gibt bei dem Projekt viele Risiken, aber eben die Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen.“

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Geplante Nutzung des WoHo

Das „WoHo“ – kurz für Wohnhochhaus – soll zahlreiche Sozialwohnungen, eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke, eine frei zugängliche Dachterrasse sowie ein kleines Schwimmbad umfassen. Baustadtrat Schmidt betonte, dass dringend benötigte Gewerbeflächen und Wohnungen entstehen sollen, davon bis zu 90 Prozent gefördert. Ein Drittel der Wohnungen ist für Wohnberechtigungsscheine vorgesehen, ein weiteres Drittel für Genossenschaften. „Hier soll es nicht heißen: oben reich, unten arm. Es soll gemischt werden“, so Schmidt.

Kritik von SPD und Linken

SPD und Linke lehnen das WoHo weiterhin ab. Sie wollen an gleicher Stelle ebenfalls Wohnungen errichten, jedoch nicht höher als 60 Meter. Die Linken kritisierten, das WoHo sei nicht ökologisch und füge sich nicht ins Stadtbild ein. Zudem bemängelten sie, dass das Projekt durch einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan keine Umweltprüfung durchlaufen müsse. „Und das bei einem Projekt, das angeblich so grün sein soll“, hieß es.

Nächste Schritte

Mit der Zustimmung der BVV kann die weitere Planung für das WoHo nun vorangetrieben werden. Ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung steht jedoch noch aus.

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