Lamborghini stoppt Elektrosportwagen Lanzador: Nachfrage nahe null, CEO nennt es teures Hobby
Lamborghini stoppt E-Sportwagen Lanzador: Nachfrage nahe null

Lamborghini stoppt Entwicklung des Elektrosportwagens Lanzador

Der Luxusauto-Hersteller Lamborghini hat die Entwicklung des geplanten Elektrosportwagens Lanzador überraschend gestoppt. Das Modell sollte ursprünglich im Jahr 2028 auf den Markt kommen, doch nach monatelangen Beratungen und Marktanalysen fiel die Entscheidung für das Aus bereits Ende des vergangenen Jahres. Lamborghini-CEO Stephan Winkelmann begründete diesen Schritt gegenüber der Times mit einer Nachfrage, die nahe null liege.

Emotionale Verbindung fehlt: Kunden bevorzugen Verbrennungsmotoren

Winkelmann erklärte, dass Lamborghini-Kunden den Klang und das Erlebnis eines Verbrennungsmotors schätzen würden, was er als emotionales Erlebnis bezeichnet. Elektrofahrzeuge hätten Schwierigkeiten, diese besondere Verbindung herzustellen. In die Entwicklung eines reinen Elektroautos zu investieren, wenn Markt und Kundschaft dafür bisher nicht bereit sind, wäre ein teures Hobby, sagte der CEO weiter. Stattdessen setzt Lamborghini nun auf Plug-in-Hybride und will so lange wie möglich Verbrennungsmotoren anbieten.

Hintergrund: EU-Regelungen und Markttrends

Eigentlich sollten Verbrennungsmotoren in der EU ab dem Jahr 2035 nicht mehr neu zugelassen werden dürfen. Nach heftigen Protesten, auch aus Deutschland, sind jedoch Lockerungen geplant, die auch nach 2035 einen gewissen Anteil von Verbrennungsmotoren erlauben würden. Als kleiner Hersteller ist Lamborghini in der EU von den Emissionszielen bis 2035 ausgeschlossen und drängt darauf, diese Regelung zu verlängern, argumentiert mit der niedrigen Stückzahl. Das Unternehmen lieferte im Jahr 2025 insgesamt 10.747 Fahrzeuge aus – so viele wie nie zuvor, mit den wichtigsten Absatzmärkten in Europa und dem Nahen Osten.

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Gegenbeispiele im Luxussegment

Während Lamborghini seine Elektropläne pausiert, halten andere Hersteller im Luxussegment daran fest. Rolls-Royce verkauft beispielsweise das Modell Spectre, das laut Konzernangaben das zweiterfolgreichste Modell des Herstellers ist. Langfristig schließt Lamborghini einen E-Sportwagen nicht aus, wenn der Markt reif dafür ist. Bis zum Jahr 2030 sollen jedoch alle angebotenen Modelle bei Lamborghini Plug-in-Hybride sein.

Praktische Bedenken und politische Debatten

In Deutschland hadern einige Autofahrer mit Elektro-Pkw, wie das Beispiel von NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk (CDU) zeigt, der seinen elektrischen Dienstwagen gegen einen Verbrenner tauschte, weil das E-Auto auf langen Strecken über Land angeblich zu unpraktisch gewesen sei. Dennoch steigt die Nachfrage nach E-Autos insgesamt, und sie werden zunehmend günstiger, wobei Hersteller aktuell mit Rabatten locken.

Die Entscheidung von Lamborghini unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der Elektromobilität, insbesondere im Hochleistungssegment, wo emotionale Faktoren eine entscheidende Rolle spielen.

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