Melia zieht sich aus Kuba zurück
Die spanische Hotelgruppe Melia stellt zum Ende dieser Woche sämtliche Geschäftstätigkeiten auf Kuba ein. Wie der Konzern in einer Mitteilung an die spanische Börsenaufsicht erklärte, machten die jüngsten US-Sanktionen es „de facto und de jure unmöglich, auch nur ein Mindestmaß an operativer Stabilität“ bei seinen Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Das Unternehmen kündigte an, sich um einen geordneten Übergang zu bemühen, um die Auswirkungen auf Beschäftigte, Lieferanten und Kunden so gering wie möglich zu halten.
Verschärfte Sanktionen seit Mai
Am 1. Mai hatte die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die Sanktionen gegen Kuba verschärft und sekundäre Zwangsmaßnahmen gegen Unternehmen eingeführt, die mit dem kubanischen Unternehmens- und Militärkonglomerat Gaesa zusammenarbeiten. Washington zielt damit auf einen der wichtigsten wirtschaftlichen Akteure Kubas ab, der mit den Streitkräften verbunden ist und in zahlreichen Schlüsselsektoren aktiv ist. In der Folge verließen viele ausländische Firmen die Insel.
Schon im Juni Teilausstieg
Bereits im Juni hatte Melia bekanntgegeben, den Betrieb in 15 ihrer 34 Hotels mit insgesamt rund 14.000 Zimmern auf Kuba einzustellen. Diese Hotels führte die Gruppe gemeinsam mit Gaesa, die weiteren 19 betreibt sie mit dem kubanischen Tourismusministerium. Der vollständige Rückzug ist nun die Konsequenz der verschärften Sanktionen.
Kubas Wirtschaftskrise verschärft sich
Kuba steckt nicht zuletzt wegen der US-Sanktionen in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion. Der Karibikstaat leidet insbesondere unter Stromausfällen und Treibstoffmangel. Der Abzug von Melia verschärft die Lage im Tourismussektor, der eine wichtige Devisenquelle darstellt.



