Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz kämpft weiter mit rückläufigen Absatzzahlen. Im ersten Halbjahr 2026 lieferte der Dax-Konzern rund 837.000 Fahrzeuge an seine Händler aus – ein Rückgang um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das teilte der Konzern am Mittwoch mit. Besonders stark fiel das Minus in China aus, dem größten Einzelmarkt von Mercedes.
China-Einbruch belastet Gesamtergebnis
Seit Jahresbeginn haben die Schwaben in China 210.200 Fahrzeuge ausgeliefert – ein Rückgang von 28 Prozent. Vor allem im zweiten Quartal gingen die Verkäufe in der Volksrepublik zurück. Hauptgrund ist der massive Einbruch auf dem Verbrennermarkt. Die wegen des Iran-Kriegs steigenden Kraftstoffpreise drückten die Nachfrage nach Modellen mit Verbrennungsmotor.
Das Minus in China konnten auch steigende Verkaufszahlen in den USA und Europa nicht kompensieren. In den USA legte Mercedes um fünf Prozent zu, in Europa sogar um 15 Prozent. Dennoch reichte das nicht, um den Gesamtrückgang aufzufangen.
Modelloffensive als Antwort auf Absatzflaute
Mercedes setzt auf die größte Modelloffensive der Konzerngeschichte, um die seit Jahren rückläufigen Verkaufszahlen zu stoppen. Bis 2027 stellt der Autobauer bis zu 40 neue und überarbeitete Modelle vor, ein Großteil davon elektrisch. Erste Fahrzeuge dieser Strategie sind bereits auf dem Markt, bislang jedoch nur in Europa. Dazu gehören die Elektromodelle CLA, GLB und GLC. Die neue Version der S-Klasse wurde zunächst nur als Verbrennermodell enthüllt und ist ebenfalls nur in Europa verfügbar. In den kommenden Monaten soll die Luxuslimousine auch in anderen Regionen angeboten werden.
Mercedes-Vertriebsvorstand Mathias Geisen betont die wachsende Dynamik der Offensive: „Mit der neuen elektrischen C-Klasse, die seit Mai bestellbar ist, sowie der Weltpremiere des neuen vollelektrischen GLA Ende Juli gehen wir die nächsten Schritte unserer Modelloffensive.“
Elektroverkäufe steigen deutlich
Die vollelektrischen Modelle verzeichnen einen deutlichen Zuwachs. Im zweiten Quartal stieg der Absatz der Stromer um gut 50 Prozent. Getragen wurde die Entwicklung vor allem durch die steigende Nachfrage nach Elektroautos in Europa. Dort wuchsen die Auslieferungen der E-Fahrzeuge um rund 87 Prozent. Geisen zufolge seien insbesondere der CLA und der GLB „außerordentlich stark“.
Probleme gibt es jedoch beim elektrischen GLC, der intern als „Schicksalsauto“ gilt. Laut eines Berichts des Handelsblatts stockt der Hochlauf des Elektro-SUVs. Konzernkreisen zufolge fehlen Teile wie die Batterien.
Verbrenner dominieren in den USA
In den USA setzt Mercedes weiterhin auf Verbrenner. In den ersten sechs Monaten lieferte der Konzern 15 Prozent mehr Autos aus als im Vorjahreszeitraum. Besonders beliebt waren Modelle des „Core-Segments“, also die C- und E-Klasse sowie deren Varianten.
Der Konzern hofft, mit der Modelloffensive und dem Ausbau der Elektroflotte langfristig wieder Wachstum zu erzielen. Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass die Herausforderungen, insbesondere in China, groß bleiben.



