Stärkster Mini Countryman: Der JCW als sportlicher Crossover
Mit dem Countryman hat Mini ein Fahrzeug im Angebot, das sich nur schwer einer bestimmten Kategorie zuordnen lässt. Der Viertürer mit Heckklappe ist eine Mischung aus Soft-SUV und Hochdach-Kombi – ein echter Crossover. Die Top-Version John Cooper Works (JCW) hebt mit 221 kW/300 PS und Allradantrieb All4 den dynamischen Anspruch zusätzlich. Seit 2010 produziert, geht die dritte Generation seit zwei Jahren auf Kundenfang; gebaut wird der „Landmann“ in Leipzig auf der Plattform des BMW X1 und iX1.
Platzangebot und Alltagstauglichkeit
Auf 4,45 Metern Länge bietet der Countryman viel Raum. Vorn und hinten sitzen auch größere Personen bequem, die Fondsitze lassen sich um 13 Zentimeter längs verschieben. Das Kofferraumvolumen von 505 bis 1530 Litern erlaubt den Transport sperriger Gegenstände. Diese Vorteile teilt der JCW mit den schwächeren Versionen (163 oder 218 PS).
Motor und Fahrdynamik: Stärken auf kurvigen Straßen
Das Herzstück des JCW ist der 2,0-Liter-Turbobenziner mit optimierten Kolben, Pleueln und Motorlagern sowie entdrosselter Luftansaugung – derselbe Motor wie im BMW X1 M35i. Die Leistungsentfaltung ist bis zur Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h beeindruckend. Lediglich das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gönnt sich beim Herausbeschleunigen aus engen Kurven eine kurze „Denkpause“. Der Allradantrieb und das relativ hohe Gewicht von knapp 1,7 Tonnen machen den Countryman für kurvige Alpenpässe prädestiniert. Im „Go-Kart-Modus“ agiert die Lenkung präziser, das Getriebe schaltet später hoch – das künstliche Zwischengas hätte man sich sparen können.
Alltagsschwächen: Fahrwerk und Bedienung
Im Alltag zeigt sich das Fahrwerk auch bei entspannter Fahrweise nervös, die Lenkung gibt Unebenheiten ungefiltert weiter. Wer optionale 20-Zoll-Felgen statt der 19-Zöller wählt, verstärkt dieses Problem. Das große kreisrunde Mittendisplay ist für Bedienung und Übersicht nicht ideal, da es weniger physische Tasten als der Vorgänger bietet. Das Head-up-Display spiegelt auf ein Plexiglas statt in die Windschutzscheibe. Bei einem Grundpreis von knapp 53.000 Euro wäre mehr Premium im Innenraum wünschenswert.
Fazit: Fahrspaß mit Einschränkungen
Trotz der Kritik bleibt der ungestüme Fahrspaß mit dem Countryman JCW haften. Wer es rein auf Sportlichkeit anlegt, ist mit dem leichteren Mini Cooper JCW (231 PS) besser bedient. Die technischen Daten: 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 221 kW/300 PS, maximales Drehmoment 400 Nm bei 2000–4500 U/min, Allrad, 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, 0–100 km/h in 5,4 s, Vmax 250 km/h, Normverbrauch 7,8–8,2 l/100 km, CO2-Ausstoß 177–187 g/km, Preis ab 52.900 Euro.



