Mobilfunker fordern Ende des Antennenfernsehens ab 2031
Mobilfunker fordern Ende des Antennenfernsehens

Die etablierten Handynetzbetreiber in Deutschland drängen darauf, das Antennenfernsehen zugunsten des Mobilfunks abzuschaffen. Die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 Telefónica haben in Berlin eine von ihnen finanzierte Studie des Beratungsunternehmens WIK Consult vorgestellt. Diese Studie empfiehlt, bestimmte Funkfrequenzbereiche ab dem Jahr 2031 für den Mobilfunk freizugeben. Derzeit werden diese Frequenzen noch für das Antennenfernsehen genutzt. Sollten die Mobilfunker darauf Zugriff erhalten, wäre dies das endgültige Aus für den Fernsehempfang über Antenne.

Wirtschaftliche Vorteile durch Frequenzumwidmung

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Zuweisung der Frequenzen für Handynetze wirtschaftlich vorteilhaft wäre. Vertreter der drei Netzbetreiber bekräftigten bei der Vorstellung ihren Wunsch, die besagten Frequenzen ab 2031 nutzen zu können. Laut der Studie haben in Deutschland noch schätzungsweise 2,3 Millionen Haushalte Antennenfernsehen, wobei die Tendenz sinkend ist. Die meisten Haushalte empfangen Fernsehen über Satellitenschüssel oder Kabel, und die Übertragung über Internet gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Keine Kostensteigerung für Verbraucher erwartet

WIK-Studienautor Bernd Sörries betont, dass nach einer möglichen Abschaltung der Antennentechnologie DVB-T2 die Verbraucher öffentlich-rechtliche Sender weiterhin kostenlos im Internet sehen könnten. „Es gibt keine Kostensteigerung aus Sicht der Endkunden, wenn man dieses Netz abschaltet“, so Sörries. Er weist darauf hin, dass Antennenfernsehen lineares Fernsehen sei, das aus der Mode komme, während die Nachfrage nach zeitlich flexibel abrufbaren Sendungen im Internet steige. Die Studienautoren kommen zu dem Ergebnis, dass die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bis zu 369 Millionen Euro innerhalb von zehn Jahren einsparen könnten, wenn sie DVB-T2 abschalten.

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Offene Zukunft der Frequenznutzung

Ob der Wunsch der Mobilfunk-Anbieter erfüllt wird, ist derzeit völlig offen. Die künftige Frequenznutzung soll auf der Weltfunkkonferenz im kommenden Jahr besprochen werden. Danach würde sich die Bundespolitik mit dem Thema befassen. Im Digitalzeitalter steigt die Datenmenge rasant, weshalb die Telekommunikationsanbieter ihre Netze kontinuierlich optimieren müssen.

Sicherheitsbehörden planen eigenes Netz

Die Mobilfunker sind nicht die Einzigen, die nach Frequenzrechten streben. Auch Sicherheitsbehörden möchten niedrige Frequenzen nutzen, um einen neuen Behördenfunk aufzubauen. Die Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) teilte mit, dass man eine Zuteilung für die künftige breitbandige mobile Sprach- und Datenkommunikation anstrebe. Im Fokus stehe ein Band im 600-Megahertz-Bereich, das die Behörde gemeinsam mit der Bundeswehr nutzen möchte. Spektrum in anderen Frequenzbereichen komme für die Realisierung der BOS-Breitbandkommunikation nach derzeitigem Stand nicht infrage.

Die WIK-Studie zeigt sich skeptisch gegenüber den Behördenplänen. Studienautor Sörries erklärt, dass für ein eigenes Funknetz der Behörden rund 23.000 Basisstationen aufgebaut werden müssten. Dies würde mehr als neun Milliarden Euro kosten und der Aufbau mehr als zehn Jahre dauern. Die Mobilfunk-Firmen schlagen vor, dass die Behörden ihre etablierten Handynetze nutzen und dafür Geld zahlen. Laut Studie wäre dies deutlich günstiger und würde nur 1,8 Milliarden Euro kosten.

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