Porsche-Absatz bricht weltweit ein: China-Einbruch und E-Auto-Wandel belasten
Porsche-Absatz bricht ein: China-Einbruch und E-Auto-Wandel

Porsche-Absatz im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken

Der Sportwagenhersteller Porsche hat im ersten Halbjahr 2026 weltweit einen deutlichen Absatzrückgang verzeichnet. Wie das Unternehmen aus Stuttgart mitteilte, wurden von Januar bis Juni rund 122.300 Fahrzeuge ausgeliefert – ein Minus von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 hat sich die Situation damit leicht verschlechtert. Der Abwärtstrend setzt sich fort, nachdem bereits 2024 und 2025 die Verkaufszahlen rückläufig waren.

China: Einbruch um 32 Prozent

Besonders stark fiel der Rückgang in China aus, dem einst wichtigsten Markt für Porsche. Dort wurden nur noch rund 14.500 Autos an Kunden übergeben – ein Minus von 32 Prozent. Als Gründe nannte das Unternehmen das weiterhin herausfordernde Marktumfeld und den Fokus auf einen wertorientierten Absatz. Porsche beteilige sich nicht an Preiskämpfen in der Volksrepublik. Seit 2021 haben sich die Verkaufszahlen in China mehr als halbiert.

Rückgänge in allen Regionen

Auch in anderen Weltregionen lief es nicht rund. In den Übersee- und Wachstumsmärkten (Afrika, Lateinamerika, Australien, Südkorea, Japan) sanken die Auslieferungen um 18 Prozent. In Nordamerika, dem größten Vertriebsgebiet, betrug das Minus 13 Prozent auf rund 37.700 Fahrzeuge. In Deutschland gingen die Zahlen um 6 Prozent zurück, im Rest Europas um 14 Prozent.

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Ursachen: Steuervergünstigungen und Modellwechsel

Als wesentliche Gründe für den Absatzrückgang nannte Porsche den Wegfall von Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA sowie die hohe Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan im Vorjahreszeitraum, als das Modell auf den Markt kam. Zudem endete im Oktober 2025 die Produktion von Cayman und Boxster mit Verbrennungsmotor unter anderem wegen Cybersicherheitsregeln. Direkte Nachfolger gibt es nicht.

Nur der 911er legt zu

Der Sportwagenklassiker 911 war die einzige Baureihe mit Zuwächsen: Die Auslieferungen stiegen um 19 Prozent auf über 30.500 Fahrzeuge. Der SUV Cayenne blieb mit rund 38.100 Einheiten das bestverkaufte Modell, trotz eines Rückgangs von 9 Prozent. Deutliche Verluste verzeichneten der Macan (minus 22 Prozent auf rund 35.300), der Panamera (minus 38 Prozent auf rund 9.300), die Baureihe 718 (Boxster und Cayman, minus 73 Prozent auf rund 2.800) und der Taycan (minus 25 Prozent auf rund 6.200). Den Anteil der reinen Stromer am Gesamtabsatz wies Porsche nicht mehr gesondert aus.

Ausblick: Sparpaket und Strategiewechsel

Vertriebsvorstand Matthias Becker erklärte: „Seit Ende Juni liefern wir den Cayenne Electric an unsere Kundinnen und Kunden aus und freuen uns über die positive Resonanz aus dem Handel.“ Auf welches Niveau sich der Absatz 2026 einpendeln wird, ließ er offen. Er verwies auf einen Kapitalmarkttag im Oktober, bei dem der neue Porsche-Chef Michael Leiters seine Strategie für Unternehmen und Modellpalette vorstellen will. Beobachter rechnen nicht mit einer baldigen Erholung des chinesischen Marktes. Ende Juli soll ein zweites Sparpaket stehen, das auch einen weiteren Stellenabbau umfassen dürfte.

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