Der angeschlagene Sportwagenbauer Porsche AG hat sein operatives Ergebnis im ersten Halbjahr trotz eines weiteren Absatzschwunds um ein Drittel gesteigert. Wie aus den Geschäftszahlen des Mutterkonzerns Volkswagen hervorgeht, erwirtschaftete die allein aus Porsche bestehende Markengruppe „Sport Luxury“ in den ersten sechs Monaten ein operatives Ergebnis von 1,35 Milliarden Euro, nach 1,01 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Damals war der Gewinn noch um zwei Drittel eingebrochen.
Umsatz schrumpft, Marge bleibt stark
Der Umsatz sank um fünf Prozent auf 17,3 Milliarden Euro. Die operative Rendite lag damit bei rund 7,8 Prozent, was angesichts des schwierigen Marktumfelds über den Erwartungen vieler Analysten lag. Volkswagen erklärte die Entwicklung mit drei Faktoren: „der umfassenden Neuausrichtung des vergangenen Jahres, einer starken Preis- und Mixqualität sowie niedrigerer Belastungen aus Rückstellungen aus 2025.“
Absatzminus von 16 Prozent
Der Absatz fiel im ersten Halbjahr um 16 Prozent auf rund 121.000 Fahrzeuge. Besonders stark war der Rückgang in China, wo die Nachfrage nach Porsche-Modellen massiv eingebrochen ist. Hinzu kommen gestiegene US-Zölle, die die Exporte belasten, sowie hohe Investitionen in Elektroautos, die sich bisher nicht auszahlen. Porsche-Chef Michael Leiters verschärft daher den bereits im vergangenen Jahr eingeleiteten Spar- und Schrumpfkurs.
Stellenabbau wird ausgeweitet
In der kommenden Woche will der Stuttgarter Autobauer die Belegschaft und die Öffentlichkeit über das zweite Paket an Stellenstreichungen informieren. Nach Medienberichten sollen in den kommenden Jahren mindestens 5000 Arbeitsplätze wegfallen, nachdem im vergangenen Jahr bereits der Abbau von 3900 Jobs beschlossen worden war. Damit käme der gesamte Stellenabbau auf mindestens 8900 Stellen, was rund 15 Prozent der Belegschaft entspricht.
Porsche produziert in Zuffenhausen und anderen Werken. Im ersten Halbjahr wurden 121.000 Fahrzeuge verkauft, wie ein Foto von Marijan Murat/dpa zeigt. Die Krise des Sportwagenbauers zeigt sich auch in der gesunkenen Nachfrage nach teuren Modellen, während günstigere Varianten wie der Macan weiterhin gefragt sind.



