Potsdamer Radweg-Posse: Weg als Hommage an den Film deklariert
Potsdamer Radweg-Posse: Hommage an den Film

Jahrelang genutzter Radweg entpuppt sich als Hommage

In Potsdam sorgt ein kurioser Fall für Aufsehen: Ein Weg in der Marlene-Dietrich-Allee in Babelsberg sieht aus wie ein Radweg, darf aber offiziell nicht von Radfahrern benutzt werden. Der Potsdamer Wolfgang Guthke fuhr jahrelang auf dem vermeintlichen Radweg, bis er plötzlich ein Bußgeld erhielt. Die Stadt erklärte daraufhin, dass es sich bei dem Weg nicht um einen Radweg handle, sondern um eine „Hommage an den Film“. Der Fall zeigt, wie Verwirrung um die Gestaltung von Verkehrsflächen entstehen kann.

Geteilte Wege als alltägliches Bild

Geteilte Fuß- und Radwege sind in vielen Städten ein vertrauter Anblick. Fußgänger und Radfahrer teilen sich einen Weg, der durch einen weißen Streifen oder verschiedenfarbige Beläge getrennt ist. Auch in der Marlene-Dietrich-Allee gibt es einen solchen Belag: Auf der einen Seite ist der Weg hell, zur Straße hin dunkel. Diese Optik verleitete viele Radfahrer zu der Annahme, es handele sich um einen offiziellen Radweg.

Bußgeld als Weckruf

Wolfgang Guthke nutzte den Weg jahrelang, bis er eines Tages von der Polizei angehalten wurde. Er erhielt ein Bußgeld, weil er angeblich auf einem Gehweg fuhr. Guthke war verwundert: „Der Weg ist klar als Radweg markiert – dachte ich zumindest.“ Die Stadt Potsdam stellte jedoch klar, dass die Gestaltung keine Verkehrsbedeutung habe. „Es handelt sich um eine künstlerische Hommage an den Film, nicht um eine Verkehrsanlage“, so ein Stadtsprecher. Der Weg sei Teil des Filmparks Babelsberg und solle an die Filmgeschichte erinnern.

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Rechtliche Einordnung und Konsequenzen

Rechtlich gesehen ist der Weg ein Gehweg, auf dem Radfahren nur erlaubt ist, wenn es ausdrücklich beschildert ist. Da dies nicht der Fall ist, drohen Bußgelder. Die Stadtverwaltung prüft nun, ob die Gestaltung geändert werden muss, um Missverständnisse zu vermeiden. „Wir werden die Beschilderung überprüfen und gegebenenfalls anpassen“, erklärte der Stadtsprecher. Bis dahin sollten Radfahrer den Weg meiden, um Strafen zu vermeiden.

Ähnliche Fälle in anderen Städten

Der Fall in Potsdam ist kein Einzelfall. Immer wieder sorgen missverständliche Gestaltungen von Wegen für Verwirrung. So wurden in Berlin und München ähnliche Fälle bekannt, wo Wege wie Radwege aussahen, aber keine waren. Experten fordern daher eine eindeutigere Kennzeichnung von Radverkehrsanlagen. „Es darf nicht sein, dass Bürger aufgrund von Gestaltungsspielereien bestraft werden“, so ein Verkehrsexperte.

Fazit: Aufklärung und klare Regeln nötig

Der Fall zeigt, wie wichtig eine klare und eindeutige Kennzeichnung von Verkehrswegen ist. Für Radfahrer in Potsdam bleibt die Marlene-Dietrich-Allee vorerst eine Falle. Die Stadt will nun für Aufklärung sorgen, damit solche Missverständnisse künftig vermieden werden. Bis dahin sollten Radfahrer lieber auf der Straße fahren, anstatt auf dem vermeintlichen Radweg.

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