Rewe übernimmt insolvente Supermarkt-Kette Feneberg: 3000 Jobs gerettet
Rewe übernimmt insolvente Supermarkt-Kette Feneberg

Der monatelange Bieterkampf um die insolvente Supermarkt-Kette Feneberg ist entschieden: Nicht Edeka, sondern Rewe übernimmt gemeinsam mit der neu gegründeten LEH Allgäu GmbH das Unternehmen. Der Gläubigerausschuss hat dem Verkauf bereits zugestimmt, nun müssen noch die Gläubigerversammlung und das Bundeskartellamt grünes Licht geben. Alle 72 Filialen werden gerettet, und für die meisten der rund 3000 Mitarbeiter gibt es eine Zukunft.

Rewe setzt sich gegen Edeka durch

Feneberg gehörte bislang zum Edeka-Verbund und bezog einen Großteil seines Sortiments von dort. Nun wechselt das Filialnetz ins Rewe-Lager. Die Märkte erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von mehr als 500 Millionen Euro. Grund für die Edeka-Niederlage: „Das Gesamtpaket von Rewe war wesentlich attraktiver für die Gläubiger und Mitarbeiter als das von Edeka“, so Sanierungsgeschäftsführer Stephan Leibold (50) zu BILD.

Aufteilung der Filialen und der Marke Feneberg

Rewe übernimmt rund die Hälfte der Filialen sowie die Landbäckerei Sinz in Durach. Die übrigen Märkte werden von der LEH Allgäu GmbH weiter unter der Marke „Feneberg“ betrieben. Auch das Regionalprogramm „VonHier“ soll fortgeführt werden – eine wichtige Nachricht für Erzeuger und Landwirte in der Region.

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Zukunft der Mitarbeiter

Die Mitarbeiter in den Filialen sollen ihre Jobs behalten. Auch die Zentrale und die Logistik in Kempten bleiben erhalten. „LEH und Rewe werden jeweils ungefähr gleich viele Mitarbeiter haben, da je nach Entscheidung des Kartellamtes geplant ist, dass sowohl LEH als auch Rewe ungefähr die Hälfte der Filialen übernehmen werden“, erklärt Leibold. Allerdings dürfte es auch Kündigungen geben: „Im Verwaltungsbereich müssen höchstwahrscheinlich Stellen abgebaut werden. Wie viele das sein werden, können wir zum heutigen Stand noch nicht sagen, da dies vom jeweiligen Erwerberkonzept abhängt.“ Auch Peter Maly, Vorstand Rewe, bestätigt die Jobübernahmen: „Für die Mitarbeitenden der künftig von der Rewe Group betriebenen Märkte ist vorgesehen, dass ihre bestehenden Arbeitsverträge unverändert fortgelten.“ Die Tankstellen werden ebenfalls weiterbetrieben.

Gründe für die Insolvenz

Feneberg hatte am 9. Januar 2026 Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Kempten eröffnete Anfang April das Insolvenzverfahren. Als Gründe galten strukturelle Probleme im Filialnetz, eine hohe Schuldenlast sowie Altverbindlichkeiten. Mit dem Verkauf endet einer der spannendsten Übernahmekämpfe im deutschen Lebensmittelhandel. Für Rewe bedeutet der Deal einen strategisch wichtigen Ausbau im Allgäu. Für Kunden und Beschäftigte bleibt das Wichtigste: Die Supermärkte bleiben – und der Großteil der Arbeitsplätze ebenfalls.

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