Schaeffler strebt Diversifizierung an: Vom Autozulieferer zu Robotik und Verteidigung
Schaeffler: Vom Autozulieferer zu Robotik und Verteidigung

Schaeffler setzt auf strategische Erweiterung: Neue Märkte jenseits der Automobilbranche

Der traditionsreiche Automobilzulieferer Schaeffler befindet sich in einem bedeutenden Transformationsprozess. Nach Jahren der starken Fokussierung auf die Automobilindustrie strebt das Unternehmen nun eine gezielte Diversifizierung an, um sich von den Schwankungen dieses traditionellen Geschäftsfeldes unabhängiger zu machen. Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld erläuterte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur die ambitionierten Pläne des Konzerns.

Ambitionierte Umsatzziele für neue Wachstumsfelder

Schaeffler hat sich ein klares Ziel gesetzt: Bis zum Jahr 2035 sollen zehn Prozent des gesamten Unternehmensumsatzes aus neu erschlossenen Geschäftsbereichen stammen. „Wenn wir 2035 bei etwa 30 Milliarden Euro Umsatz liegen, dann müssen wir 3 Milliarden Umsatz aus neuen Wachstumsfeldern erzielen“, betonte Rosenfeld mit Nachdruck. Diese strategische Ausrichtung umfasst mehrere vielversprechende Sektoren, darunter insbesondere die Produktion von Komponenten für humanoide Roboter, die Verteidigungsindustrie sowie die Raumfahrttechnologie.

Humanoiden Robotern gehört die Zukunft

Das Thema humanoide Roboter erfährt derzeit eine außergewöhnlich hohe Nachfrage, wie Rosenfeld deutlich machte. „Wir können uns aktuell vor Interesse nicht retten“, erklärte der CEO. Schaeffler verzeichnet bereits mehr als 28 konkrete Aufträge für Prototypen in diesem innovativen Bereich. Der große Vorteil für das Unternehmen liegt dabei in der vorhandenen Expertise: Schaeffler muss sich nicht grundlegend neu erfinden, sondern kann auf bewährte Kompetenzen aus der Präzisionsmechanik und Leistungselektronik zurückgreifen, die sich ideal auf die Anforderungen der Robotik übertragen lassen.

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Verteidigungsindustrie erfordert angepasste Lieferketten

Im Verteidigungssektor zeigt Schaeffler ebenfalls starkes Engagement. Das Unternehmen liefert bereits hochleistungsfähige Elektromotoren für den Drohnenbauer Helsing. Allerdings stellt dieser Bereich besondere Anforderungen an die Lieferketten. Rosenfeld betonte, dass diese möglichst unabhängig von Produkten aus China und idealerweise auch aus den USA gestaltet werden müssen. So sucht Schaeffler derzeit nach inländischen Quellen für spezielle Magneten, die in den Motoren verbaut werden.

Automobilgeschäft bleibt weiterhin Kerngeschäft

Trotz der strategischen Erweiterung bleibt der Automobilbereich für Schaeffler auf absehbare Zeit ein Hauptgeschäftsfeld. Komponenten für Verbrennungsmotoren werden nach Einschätzung des Unternehmens noch lange benötigt, insbesondere für das margenstarke Reparaturgeschäft. Gleichzeitig setzt Schaeffler seinen erfolgreichen Kurs im Bereich der Elektromobilität fort und konnte durch die Fusion mit dem Elektroantriebsspezialisten Vitesco seine Marktposition deutlich stärken.

Unternehmensdaten und Eigentümerstruktur

Durch die Fusion mit Vitesco hat sich Schaeffler zu einem der zehn größten Automobilzulieferer weltweit entwickelt. Das Unternehmen beschäftigt global etwa 110.000 Mitarbeiter und erzielt einen Jahresumsatz von rund 24 Milliarden Euro. Die Aktien des börsennotierten Konzerns befinden sich weiterhin überwiegend im Besitz der Eignerfamilie um Matriarchin Maria-Elisabeth Schaeffler-Thumann und deren Sohn Georg F.W. Schaeffler, was eine kontinuierliche und langfristig ausgerichtete Unternehmensführung ermöglicht.

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