Die neue Saison der Bundesliga hat noch nicht einmal begonnen, doch für den FC Schalke 04 gibt es bereits die erste Hiobsbotschaft. Adrian Gantenbein, der 25-jährige Schweizer Rechtsverteidiger, hat sich im Testspiel gegen Fagiano Okayama (3:1) eine schwere Verletzung zugezogen und wird dem Verein wochenlang fehlen. Nach Informationen der BILD handelt es sich um eine Syndesmosebandverletzung im Sprunggelenk, die deutlich schwerwiegender ist als zunächst angenommen.
Ursache und Diagnose: Unglückliche Grätsche mit Folgen
Die Verletzung ereignete sich in der Partie gegen den japanischen Zweitligisten, als Gantenbein bei einer Grätsche unglücklich mit dem Gegenspieler kollidierte. Dieser trat ihm voll auf das Sprunggelenk, was zu einer Schädigung des Syndesmosebands führte – jenes Bandes, das Schien- und Wadenbein miteinander verbindet. Cheftrainer Miron Muslic gab nach dem Spiel zunächst vorsichtig Entwarnung, doch die genauere Untersuchung ergab ein weitaus ernsteres Bild. Intern rechnet man nun mit einer Ausfallzeit von rund sechs Wochen, was bedeutet, dass Gantenbein mindestens das DFB-Pokalspiel beim Halleschen FC (24. August) und den Bundesliga-Auftakt beim FC Augsburg (30. August) verpassen wird.
Keine Stammplatzgarantie: Verein sucht bereits Ersatz
Die Verletzung kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für Gantenbein. Zwar hoffte der Außenverteidiger, sich in der Vorbereitung für einen Stammplatz zu empfehlen, doch die Vereinsführung plant offenbar nicht mit ihm als dauerhafter Lösung auf der rechten Abwehrseite. Laut interner Informationen suchen die Schalker Verantwortlichen bereits seit Wochen einen neuen Rechtsverteidiger, der die Position langfristig besetzen soll. Der nun erlittene Rückschlag dürfte Gantenbeins Chancen auf regelmäßige Einsätze weiter schmälern.
Verletzungspech zieht sich durch die letzte Saison
Bereits in der vergangenen Saison war Gantenbein immer wieder von Verletzungen geplagt worden. Insgesamt verpasste er 13 Ligaspiele – eine hohe Zahl, die auch Trainer Muslic nicht verborgen blieb. Besonders kurios: Nach einer Wadenverletzung im Herbst fehlte er vier Partien. Bei seinem Comeback gegen Hertha BSC im Januar (0:0) zog er sich erneut eine Verletzung zu, und auch bei seinem Einsatz in der U23 im Februar folgte gleich nach der Einwechslung der nächste Rückschlag. Muslic betonte daher mehrfach die Bedeutung von Verfügbarkeit: „Verfügbarkeit ist auch eine Qualität“, stellte der Coach klar. Der aktuelle Fall ist jedoch insofern anders, als dass die Verletzung durch einen gegnerischen Spieler verursacht wurde – ein Umstand, den Muslic sicherlich anders bewertet.
Auswirkungen auf die Mannschaft und die Kaderplanung
Der Ausfall von Gantenbein zwingt Schalke 04 zu schnellem Handeln auf dem Transfermarkt. Aktuell stehen mit Taylan Bulut und einer möglichen Nachwuchskraft nur begrenzte Alternativen für die rechte Verteidigung zur Verfügung. Die sportliche Leitung um Sportvorstand Peter Knäbel wird die Suche nach einem neuen Rechtsverteidiger nun intensivieren müssen, um den Kader für die Bundesliga-Saison wettbewerbsfähig zu halten. Für Gantenbein selbst bedeutet die Pause einen herben Rückschlag in seiner Entwicklung. Nach seinem Wechsel von Grasshopper Zürich zu den Königsblauen im Sommer 2023 hatte er sich zwar etabliert, aber nie den Durchbruch geschafft. Nun muss er hoffen, dass er nach seiner Rückkehr noch eine Chance erhält, sich zu beweisen.
Fazit: Geduld ist gefragt
Die Verletzung von Adrian Gantenbein ist ein Beispiel für das Verletzungspech, das Schalke 04 in den vergangenen Jahren immer wieder heimgesucht hat. Für den Spieler bleibt nur die Hoffnung auf eine vollständige Genesung und eine zweite Chance im Team. Für den Verein gilt es, die Lücke schnell zu schließen, um gut in die Saison zu starten. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie schwer dieser Ausfall wirklich wiegt – und ob Gantenbein nach seiner Rückkehr wieder an seine Leistungen anknüpfen kann.



