Pünktlich zum Finale der Weltmeisterschaft 2026 gab die Telekom bekannt, dass sie die exklusiven Übertragungsrechte für die WM 2030 erworben hat. Alle 104 Spiele des Turniers werden beim konzerneigenen Pay-TV-Sender MagentaTV gezeigt. Ob ARD und ZDF erneut Sublizenzen für 60 Spiele erhalten, ist noch ungewiss. Die Entscheidung darüber wird in den kommenden Wochen fallen.
Rekordquote beim ZDF-Finale
Zum Abschluss der WM 2026 bescherten die Fußballfans dem ZDF eine Traumquote: 17,362 Millionen Menschen sahen den Endspiel-Sieg der Spanier gegen Argentinien – ein Rekordwert für Spiele ohne deutsche Beteiligung. Diese Zahl unterstreicht das enorme Interesse an der WM, auch wenn die deutsche Nationalmannschaft nicht im Finale stand. Die Frage, ob die deutschen Fußballfans auch 2030 Spiele im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sehen können, bleibt jedoch offen.
Telekom setzt auf bewährtes Sublizenzmodell
Telekom-TV-Chef Arnim Butzen kündigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an: „Das Modell der Sublizensierung hat sich bewährt, wir werden bald erste Gespräche mit potenziellen Partnern aus dem Markt führen.“ Details zur möglichen Aufteilung der Rechte nannte er nicht. Auf die Frage nach den Free-TV-Sendern sagte Butzen: „Angaben zur möglichen Aufteilung und zu anderen Details machen wir nicht.“
Sicher ist jedoch, dass es auch 2030 WM-Partien im frei empfangbaren Fernsehen geben wird. Der Medienstaatsvertrag legt in Paragraf 13 fest, dass bei einer Fußball-WM „alle Spiele mit deutscher Beteiligung sowie unabhängig von einer deutschen Beteiligung das Eröffnungsspiel, die Halbfinalspiele und das Endspiel“ in einem frei empfangbaren und allgemein zugänglichen Fernsehprogramm laufen müssen.
ARD und ZDF zeigen Interesse
ARD und ZDF sind weiterhin an einer Übertragung interessiert. Sie hatten bei der Ausschreibung der FIFA mitgeboten, konnten sich jedoch nicht gegen die Telekom durchsetzen. ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky erklärte auf dpa-Anfrage: „Wir werden sehen, ob die Telekom auch für 2030 Rechte anbietet und dann entscheiden, ob und – wenn ja – wir uns bemühen.“
Die bisherige Zusammenarbeit mit der Telekom bewerten die öffentlich-rechtlichen Sender positiv. Balkausky sagte zur WM 2026: „Die Zusammenarbeit war insgesamt gut, beide Seiten haben ihre Interessen in allen Gesprächen stark vertreten, aber es war immer lösungsorientiert. Vor Ort gab es sehr kollegiale Zusammenarbeit zwischen den Redaktionen und Produktion.“
ZDF-Sportchef: Platz für zwei Anbieter
ZDF-Sportchef Yorck Polus hatte wenige Tage vor der Bekanntgabe des Deals gesagt: „Natürlich ist es eine neue Marktsituation dadurch, dass Magenta dabei ist – noch dazu mit sehr großem PR-Auftritt.“ Er fügte hinzu: „Es hat sich jedoch gezeigt: Es gibt ein so großes Interesse am Fußball, dass auch Platz für zwei Anbieter ist, die Öffentlich-Rechtlichen plus Magenta.“
Telekom will zahlreiche exklusive Spiele
Telekom-Deutschland-Chef Rodrigo Diehl gab den Deal kurz vor dem WM-Endspiel bekannt: „Jetzt kann ich das bestätigen. Wir haben die Rechte für die WM in 2030 erworben, wir haben das schon unterschrieben. Ich freue mich total auf das, was kommt.“ Der Vertrag läuft über 104 Spiele, wie der Konzern erklärte. Ob bei einer Aufstockung der Teilnehmerzahl auf 48 Teams (dann 128 Spiele) die Rechte angepasst werden, ließ die Telekom offen.
Telekom-TV-Chef Butzen sprach mit Blick auf die WM 2030 von „zahlreichen exklusiven Spielen“. Bereits bei der WM 2026 liefen 44 Partien ausschließlich bei MagentaTV, darunter zwei Viertelfinals. Die Telekom hat sich damit als Pay-TV-Anbieter bei großen Fußball-Turnieren fest etabliert und zeigt auch bei der Euro 2028 als einziger Anbieter alle 51 Spiele.
Alternativen: ProSiebenSat.1 und RTL
Neben ARD und ZDF könnten auch ProSiebenSat.1 und die RTL-Gruppe als Free-TV-Partner infrage kommen. RTL teilte auf Anfrage mit: „Wir sind grundsätzlich an allen attraktiven Sportrechten interessiert und schauen sie uns an, wenn sie angeboten werden.“ Die nächste WM ist für TV-Sender besonders attraktiv, da aufgrund der Zeitzonen mehr Partien zur Primetime stattfinden.



