Tesla und IG Metall schließen Vergleich nach heimlicher Tonaufnahme
Tesla und IG Metall: Vergleich nach Tonaufnahme-Streit

Tesla und IG Metall beenden Rechtsstreit mit Vergleich

Im Konflikt um eine heimliche Tonaufnahme einer Betriebsratssitzung haben der Elektroautohersteller Tesla und die Gewerkschaft IG Metall einen Vergleich vor dem Arbeitsgericht in Frankfurt (Oder) geschlossen. Wie Gerichtssprecherin Jutta Homann der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, verpflichten sich beide Parteien darin, bestimmte Vorwürfe und Behauptungen rund um die umstrittene Sitzung vom 10. Februar bis zum Abschluss der Betriebsratswahlen am 4. März nicht zu wiederholen.

Ermittlungen gegen beide Seiten laufen weiter

Die Staatsanwaltschaft ermittelt derzeit nach einer Strafanzeige Teslas gegen einen Gewerkschaftssekretär der IG Metall. Dieser soll die Betriebsratssitzung unbefugt und heimlich mit seinem Laptop aufgezeichnet haben. Die Behörde leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie wegen Verstoßes gegen das Betriebsverfassungsgesetz ein.

Parallel dazu ermittelt die Anklagebehörde nach einer Strafanzeige der IG Metall gegen den Werksleiter des US-Elektroautobauers in Grünheide bei Berlin, André Thierig. Hier geht es um den Vorwurf der üblen Nachrede, der in diesem Zusammenhang erhoben wurde.

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IG Metall sieht Vergleich als Chance für Sachthemen

IG-Metall-Bezirksleiter Jan Otto äußerte sich positiv zu dem geschlossenen Vergleich. Er betonte, dass man sich nun wenige Tage vor der Betriebsratswahl Anfang März vollständig auf die inhaltlichen Themen konzentrieren könne. „Es geht bei der Wahl nächste Woche um bessere Arbeitsbedingungen in der Gigafactory – da gibt es viel zu tun“, erklärte Otto.

Länger schwelender Konflikt vor Betriebsratswahl

Der Konflikt zwischen Tesla und der IG Metall besteht bereits seit längerer Zeit und hat sich kurz vor der anstehenden Betriebsratswahl deutlich zugespitzt. Ein zentraler Streitpunkt ist die Forderung der Gewerkschaft nach Einführung eines Tarifvertrags, was das Unternehmen bisher nicht für notwendig erachtet.

Im einzigen europäischen Tesla-Werk von Firmenchef Elon Musk in Grünheide arbeiten derzeit rund 11.000 Beschäftigte. Die Betriebsratswahlen am 4. März werden als wichtiger Meilenstein in den Arbeitsbeziehungen zwischen der Gewerkschaft und dem Elektroautohersteller angesehen.

Der Vergleich ermöglicht es beiden Seiten, den Fokus vorübergehend von rechtlichen Auseinandersetzungen auf die anstehenden betrieblichen Entscheidungen zu lenken, während die strafrechtlichen Ermittlungen unabhängig davon fortgesetzt werden.

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