Neue Zollandrohung gegen Arzneimittelhersteller
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf ausländische Arzneimittelhersteller: Er droht mit der Einführung von Zöllen auf Generika in Höhe von bis zu 200 Prozent. Ziel ist es, die Produktion dieser Medikamente in die USA zu verlagern. In einem Beitrag auf seiner Plattform Truth Social kündigte Trump an, dass ab Sommer 2028 zunächst für ein Jahr Sonderabgaben von 100 Prozent auf Generika fällig werden sollen. Danach soll der Zollsatz auf 200 Prozent steigen. Generika sind Nachahmerprodukte von Markenmedikamenten, die in der Regel deutlich günstiger sind.
Übergangsfrist bis 2028
Bis Sommer 2028 sollen nach Trumps Willen keine Zölle auf Generika erhoben werden. Diese Zeitspanne sollen die Unternehmen nutzen, um ihre Produktion von Generika in die USA zurückzuverlagern. Wer sich dagegen entscheide, werde bestraft, drohte Trump, ohne jedoch konkrete Strafmaßnahmen zu nennen. Auch ließ er offen, auf welche gesetzliche Grundlage er sich bei den angedrohten Zöllen stützen will.
Hintergrund: Hohe Arzneimittelpreise in den USA
Trump hatte bereits im Frühjahr einen 100-Prozent-Zoll auf patentgeschützte Marken-Arzneimittel angekündigt, der gestaffelt ab Ende Juli in Kraft treten soll. Ausnahmen sind unter anderem für spezielle Handelsabkommen oder für Firmen vorgesehen, die auch in den USA produzieren. Der US-Präsident will die vergleichsweise hohen Arzneimittelpreise in den USA senken. Er wirft den Herstellern vor, durch günstigere Produktion im Ausland den Wettbewerb zu Lasten von US-Firmen zu verzerren. Besonders die Forschung im Pharmabereich sei in den USA kostenintensiv.
Reaktionen und Ausblick
Die Ankündigung Trumps stößt auf gemischte Reaktionen. Experten warnen vor möglichen Versorgungsengpässen, falls Hersteller die Produktion nicht rechtzeitig verlagern können. Andere sehen darin einen Schritt zur Stärkung der heimischen Pharmaindustrie. Die genauen Auswirkungen bleiben abzuwarten, da die rechtlichen Grundlagen noch unklar sind.



