Varta stellt Insolvenzanträge – Zerschlagung des Batteriekonzerns droht
Varta stellt Insolvenzanträge – Zerschlagung droht

Der angeschlagene Batteriehersteller Varta hat beim Amtsgericht Stuttgart vier Insolvenzanträge gestellt. Eine Sprecherin des Gerichts bestätigte am Freitag, dass die Anträge von der zuständigen Richterin geprüft werden. Bereits am Donnerstag hatte die Nachrichtenagentur Reuters erfahren, dass das Unternehmen aus Ellwangen nach dem Verlust des Apple-Großauftrags im Frühjahr erneut in Schieflage geraten war. Die bisherigen Eigentümer, der Sportwagenbauer Porsche und der österreichische Unternehmer Michael Tojner, sind nicht bereit, weiteres Kapital zuzuschießen.

Varta vor der Zerschlagung

Varta steht damit vor der Zerschlagung: Die wichtigsten Gläubiger, darunter die Deutsche Bank und mehrere Hedgefonds, wollen das profitable Haushaltsbatterien-Geschäft übernehmen. Tojner hat Interesse am Geschäft mit Mikrobatterien – etwa Knopfzellen für Hörgeräte – angemeldet. Die Haushaltsbatterien-Sparte wird auf 240 Millionen Euro geschätzt, könnte bei einem Verkauf aber mehr als 300 Millionen Euro einbringen. „Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht“, sagte Tojner der „Augsburger Allgemeinen“. Er bemühe sich, die Microbattery-Sparte und das Lösungs-Geschäft herauszulösen, um das Know-how in der Batterieproduktion in Europa zu erhalten. „Das wird jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein.“

Gläubiger pochen auf ihre Rechte

Die Gläubiger, darunter Blantyre, RBC BlueBay und Whitebox, hatten sich mit hohen Abschlägen in die Kredite eingekauft und könnten nun Gewinn aus der Insolvenz ziehen. Sie pochen auf ihre vertraglichen Rechte in Bezug auf den Geschäftsbereich Consumer Batteries. In einer Mitteilung hieß es, es gebe keine belastbare und umsetzbare Alternative. Porsche war erst Anfang 2025 bei der angeschlagenen Varta AG eingestiegen, um sie zusammen mit Großaktionär Tojner zu retten. Sie steckten insgesamt 60 Millionen Euro in das Unternehmen, während die übrigen Aktionäre leer ausgingen. Die Gläubiger, die in einem Schuldenschnitt auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen verzichtet hatten, sollten wirtschaftlich an den erhofften späteren Gewinnen beteiligt werden. Als Pfand für die Verlängerung der Kredite diente die Haushaltsbatterien-Sparte. Die ehemalige Varta-Sparte V4Smart ist von der Pleite nicht betroffen; sie gehört seit der vorherigen Sanierung mehrheitlich der Porsche AG, die die Hochleistungsbatterien für ihre Elektro-Sportwagen benötigt.

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