VW-Absatz bricht weltweit um 8,6 Prozent ein – China-Verkäufe stürzen ab
VW-Absatz bricht um 8,6 Prozent ein – China-Verkäufe stürzen ab

Der Absatz von Volkswagen ist im zweiten Quartal 2024 weiter deutlich zurückgegangen. Weltweit verkaufte der Konzern mit knapp 2,1 Millionen Fahrzeugen 8,6 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Besonders drastisch fiel der Einbruch in China aus, dem wichtigsten Absatzmarkt von VW: Die Verkäufe stürzten um 36,6 Prozent ab. Zuwächse in Nord- und Südamerika sowie in Europa konnten diesen Rückgang nicht kompensieren.

China-Geschäft belastet VW massiv

Der chinesische Markt, auf den Volkswagen traditionell stark angewiesen ist, entwickelt sich zunehmend zum Problemfall. Während die Nachfrage nach Elektroautos in China boomt, tut sich VW mit seinen Modellen schwer. Der Konzern leidet unter der starken Konkurrenz einheimischer Hersteller wie BYD, die mit günstigen und technologisch fortschrittlichen Fahrzeugen punkten. Der Absatzrückgang in China um mehr als ein Drittel zeigt die Dringlichkeit der Lage.

Blume präsentiert „Zukunftsplan“

Volkswagen-Chef Oliver Blume hat dem Aufsichtsrat des Wolfsburger Autobauers seinen „Zukunftsplan“ vorgestellt, mit dem er den Konzern aus der Krise führen will. „Wir machen den Volkswagen-Konzern schneller, robuster und wettbewerbsfähiger: durch weniger Komplexität, fokussierte Technologien, eine noch stärkere Ausrichtung von Produkten, Entwicklung und Produktion in den regionalen Märkten, den Abbau von Überkapazitäten, ein gestrafftes Beteiligungsportfolio und deutlich schlankere Strukturen“, erklärte Blume am Donnerstagabend nach der Sitzung. Konkrete Schritte nannte das Unternehmen nicht. Darüber soll erst nach der Sommerpause im Aufsichtsrat gesprochen werden.

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Werkschließungen und Stellenstreichungen drohen

Werkschließungen und Stellenstreichungen dürften Teil des Sparprogramms sein. Volkswagen richtet sich darauf ein, künftig nur noch neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr zu bauen – vor der Corona-Pandemie waren es zwölf Millionen. In den vergangenen zwei Jahren wurde die Kapazität bereits um zwei Millionen reduziert. Nach Medienberichten stehen vier Werke in Deutschland und mindestens 50.000 weitere Stellen zur Disposition.

„Trotz der erzielten Fortschritte reichen im aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld die bislang geplanten Kostensenkungen aus den vereinbarten Programmen nicht aus“, sagte Finanzvorstand Arno Antlitz. Es gehe um strukturelle Maßnahmen: „Dazu gehört, die Kostenstruktur unserer Fahrzeuge zu verbessern, ohne die Produktsubstanz zu beeinträchtigen, die Gemeinkosten deutlich abzusenken, die Effizienz unserer Werke zu steigern sowie Technologieentwicklung und Entscheidungsfindung zu beschleunigen.“

Modellpalette soll drastisch reduziert werden

Unter anderem soll die Modellpalette um bis zu 50 Prozent reduziert werden, die Angebotsvielfalt sogar um drei Viertel. „Diese Handlungsbedarfe werden in dem vorgelegten Zukunftsplan adressiert“, sagte Antlitz. „Dabei kommt es entscheidend auf die rasche und konsequente Umsetzung an.“

Der Konzern steht unter Druck, die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Der „Zukunftsplan“ von Blume soll die Weichen für eine nachhaltige Erholung stellen, doch die Umsetzung wird schmerzhaft sein. Analysten erwarten, dass Volkswagen in den kommenden Jahren tiefe Einschnitte vornehmen muss, um im globalen Wettbewerb zu bestehen.

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