Volkswagen vertieft China-Kooperation für automatisiertes Fahren
VW baut China-Kooperation für automatisiertes Fahren aus

Volkswagen treibt den Ausbau seiner Kompetenzen im Bereich des automatisierten Fahrens in China entscheidend voran. Der Konzern gab am Mittwoch bekannt, die Partnerschaft mit dem chinesischen KI-Spezialisten Horizon Robotics zu vertiefen. Ziel ist es, die Entwicklung eigener Systeme für hochautomatisiertes Fahren zu beschleunigen. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2027 sollen Level-3-Funktionen für VW-Kunden in China serienreif verfügbar sein. Auch andere Märkte, die Volkswagen von China aus beliefert – insbesondere Länder des globalen Südens –, sollen von der Technologie profitieren.

Hintergrund der Kooperation und Investitionen

Bereits 2022 hatte Volkswagen 2,4 Milliarden Euro in Horizon Robotics investiert und das Joint Venture Carizon gegründet, an dem VW mit 60 Prozent die Mehrheit hält. Künftig erhält Carizon Zugang zum KI-Foundation-Modell der Chinesen. Auf dieser Grundlage will Volkswagen einen eigenen Software-Stack für automatisiertes Fahren entwickeln und seine bestehenden Fahrerassistenzsysteme weiter ausbauen. Die genauen Kosten für die Technik blieben ungenannt. VW-Konzernchef Oliver Blume bezeichnete China in einer Mitteilung als „einen von Volkswagens Schlüsseln zu Innovationen und Technologie“, insbesondere in den Bereichen Software, Künstliche Intelligenz und automatisiertes Fahren. Die vertiefte Zusammenarbeit stärke die Fähigkeit des Konzerns, KI-basierte Lösungen zu entwickeln und „in ausgewählten internationalen Märkten“ auszurollen.

Level 3 und die Bedeutung für den Markt

Level 3 bedeutet, dass Assistenzsysteme im Fahrzeug in klar abgesteckten Anwendungsfällen – etwa auf der Autobahn – die Kontrolle übernehmen und der Fahrer nicht mehr permanent die Straße im Blick haben muss. Industriemanager bewerten solche Features als zukünftig entscheidendes Kaufargument. Die neuen Level-3-Anwendungen von Carizon sollen in Volkswagens neuer China-Softwarearchitektur CEA 2.0 zum Einsatz kommen, die für Fahrzeuge auf der neuen China-Plattform CSP entwickelt wurde. Langfristig soll die Technologie auch den Weg zu Level 4 ebnen. KI-Foundation-Modelle gelten in der Branche als zentrale Voraussetzung, um Fahrerassistenzsysteme schneller weiterzuentwickeln und höhere Automatisierungsstufen zu erreichen.

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Rückschlag in Europa und neue Partnersuche

In Europa hatte Konzernchef Blume zuletzt einen Rückschlag hinnehmen müssen: Anfang Juli beendete Volkswagen die Entwicklungsallianz mit dem Zulieferer Bosch für hochautomatisierte Fahrfunktionen. Grund war eine langsamere Entwicklung als erhofft, während neue KI-Ansätze klassische Modelle infrage stellten. Laut Handelsblatt sucht Volkswagen nun einen neuen Partner für Level-3-Systeme in Europa; als aussichtsreicher Kandidat gilt das britische KI-Unternehmen Wayve.

Mögliche Expansion nach Europa

Volkswagen prüft derzeit, CSP-Fahrzeuge auch nach Europa zu importieren und möglicherweise zu lokalisieren. Dabei untersucht der Konzern, inwieweit sich die Software für den Einsatz in der EU umprogrammieren lässt. Der Aufwand gilt aufgrund unterschiedlicher regulatorischer Standards als hoch. Sollte der Konzern diesen Schritt gehen, könnte die Carizon-Technologie auch nach Europa gelangen. Ein endgültiger Beschluss steht jedoch noch aus. Horizon Robotics hat sich inzwischen als gefragter Technologiepartner etabliert; auch Zulieferer wie ZF und Bosch haben Kooperationen mit dem Unternehmen aus Peking angekündigt.

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