VW-Sparpläne: Tonne kritisiert Umgang mit Beschäftigten als unanständig
VW-Sparpläne: Tonne kritisiert Umgang als unanständig

Niedersachsens Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) hat das Vorgehen der Volkswagen-Führung im Ringen um neue Sparpläne scharf kritisiert. „Das ist unanständig, so mit den Kolleginnen und Kollegen umzugehen“, sagte Tonne dem NDR. Er forderte vom Vorstand Klarheit, Verlässlichkeit und ein tragfähiges Gesamtkonzept. „Es ist die Aufgabe des Vorstandes, zügig ein schlüssiges Gesamtkonzept auf den Tisch zu legen“, so der SPD-Politiker.

Absatzzahlen verschlechtern sich weiter

Volkswagen veröffentlichte zeitgleich neue Verkaufszahlen für das zweite Quartal 2026. Demnach sank der Absatz des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,6 Prozent. Besonders in China läuft das Geschäft schlecht. Die Zahlen machen wenig Hoffnung auf eine schnelle Besserung der wirtschaftlichen Lage des Autobauers.

Blume verteidigt Sanierungskurs

Konzernchef Oliver Blume will Volkswagen mit einem drastischen Plan sanieren. Nach der Sitzung des VW-Aufsichtsrates zu möglichen weiteren Einsparungen bekräftigte Blume das Ziel, den Autobauer neu auszurichten. „Der Vorstand treibt die Transformation weiter voran“, erklärte er. Blume sprach von der „umfassendsten Neuausrichtung der Konzerngeschichte“. Der Vorstand übernehme damit „Verantwortung für die nachhaltige Zukunft des Unternehmens – in einer Zeit, in der die Automobilindustrie weltweit stark unter Druck steht“. Er fügte hinzu: „Wir begrenzen Risiken, erschließen neue Chancen aus eigener Stärke und setzen ein klares Zeichen für Aufbruch am Wirtschaftsstandort Deutschland.“

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Land Niedersachsen als Miteigentümer

Das Land Niedersachsen ist mit 20 Prozent an VW beteiligt. Wirtschaftsminister Tonne betonte die gemeinsame Verantwortung: „Wir haben eine gemeinsame Verantwortung. Mit den Ängsten der Kolleginnen und Kollegen in den Werken darf man nicht spielen.“ Er kritisierte, dass bisher nur von Schließungen, Rückschritten und Streichungen die Rede sei. „Erst mal geht es doch darum, dass man eine Idee auf den Tisch legt, die Lust darauf macht, Autos von VW zu kaufen“, so Tonne.

Aufsichtsrat lehnt Sparvorschlag ab

Konzernchef Oliver Blume hatte dem VW-Aufsichtsrat am Donnerstagnachmittag einen Sparvorschlag vorgestellt. Mit den Stimmen der IG Metall und des Landes wurde er laut Konzernkreisen jedoch abgeschmettert. Ein Kompromissvorschlag von Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kam gar nicht erst zur Abstimmung. In dem Aufsichtsrat sitzt neben Lies auch die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne). Die Debatten am Donnerstag dürften der Auftakt für einen langen Sommer der Verhandlungen bei Volkswagen gewesen sein. Setzt der 58-jährige Blume am Ende auch nur die Hälfte seiner Vorschläge durch, die der SPIEGEL aus Aufsichtsratskreisen erfuhr, wäre Volkswagen danach ein anderer Konzern.

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