Die Bundeswehr steht vor einer wegweisenden Entscheidung: Die Beschaffung unbemannter Kampfflugzeuge, sogenannter Jagdbomberdrohnen, nimmt konkrete Formen an. Gleich mehrere Rüstungskonzerne buhlen um die milliardenschweren Aufträge und präsentieren auf einer Fachmesse in Berlin ihre aktuellen Modelle. Dabei treten unter anderem die „Ghost Bat“ von Boeing, die „Valkyrie“ von Kratos sowie die „CA-1 Europe“ eines europäischen Konsortiums in den Wettbewerb. Diese Drohnen sollen künftig an der Seite bemannter Jets wie dem Eurofighter oder der F-35 operieren und gefährliche Missionen übernehmen.
Was die neuen Drohnen leisten sollen
Die unbemannten Kampfjets sind als „Loyal Wingman“ konzipiert, also als treuer Begleiter für bemannte Flugzeuge. Sie sollen Aufklärungsdaten liefern, feindliche Radarstellungen angreifen oder als fliegende Munitionsdepots dienen. Die „Ghost Bat“ aus australischer Produktion kann beispielsweise mit künstlicher Intelligenz eigenständig Manöver fliegen und Ziele identifizieren. Die US-amerikanische „Valkyrie“ hingegen punktet mit ihrer Tarnkappentechnik und einer hohen Nutzlast. Die europäische „CA-1 Europe“ setzt auf Modularität und soll sowohl bewaffnet als auch als Aufklärer eingesetzt werden können.
Die Konkurrenz im Detail
Boeing wirbt mit der „Ghost Bat“, die bereits in Australien getestet wird und eine Reichweite von über 3.000 Kilometern haben soll. Kratos stellt die „Valkyrie“ vor, die für den Einsatz von Trägerflugzeugen optimiert ist und eine hohe Geschwindigkeit erreicht. Die „CA-1 Europe“ hingegen wird von einem Konsortium aus Airbus, Dassault und Leonardo entwickelt und soll vollständig in Europa produziert werden. Die Bundeswehr prüft derzeit, welches System am besten zu den Anforderungen der Luftwaffe passt.
Auswirkungen auf den Luftkampf der Zukunft
Experten sehen in den Jagdbomberdrohnen eine Revolution der Luftkriegsführung. Sie könnten Piloten entlasten, indem sie risikoreiche Einsätze übernehmen. Zudem sind sie günstiger in der Anschaffung und Wartung als bemannte Jets. Allerdings gibt es auch Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit und der ethischen Fragen autonomer Waffensysteme. Die Bundeswehr betont, dass letztlich immer ein Mensch die Entscheidung über einen Waffeneinsatz treffen werde.
Die Entscheidung über die Beschaffung wird für Anfang 2027 erwartet. Bis dahin müssen die Hersteller ihre Prototypen in umfangreichen Tests unter Beweis stellen. Der Wettbewerb ist hart, denn der Sieger erwartet nicht nur ein Großauftrag aus Deutschland, sondern auch Folgeaufträge aus anderen NATO-Staaten.



