Der internationale Dachverband des Frauen-Profitennis, die Women’s Tennis Association (WTA), hat mit sofortiger Wirkung Geschlechtertests für alle Spielerinnen eingeführt, die an Turnieren teilnehmen möchten. Wie das Portal „Bounces“ berichtet, gilt die neue Richtlinie bereits seit Juli 2026.
WTA folgt IOC-Vorgaben
Die WTA orientiert sich damit an den Regeln des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Das IOC hatte im März 2026 angekündigt, dass sich künftig alle Athletinnen einem Geschlechtertest unterziehen müssen, um an internationalen Frauen-Wettbewerben teilnehmen zu dürfen. Transfrauen sollen in der Frauenkategorie nicht mehr startberechtigt sein.
Hintergrund der Entscheidung ist die Kontroverse um die Olympiasiegerinnen im Frauen-Boxen bei den Sommerspielen 2024 in Paris. Imane Khelif (26) und Lin Yu-ting (30) waren damals vom Weltverband IBA aufgrund eines nicht näher erläuterten Geschlechtertests von der Weltmeisterschaft ausgeschlossen worden, durften aber bei Olympia starten. Diese Uneinheitlichkeit löste eine breite Debatte über die Teilnahmekriterien im Frauensport aus.
Sabalenka kritisiert Ungleichbehandlung
Die Weltranglistenerste Aryna Sabalenka (28) hatte sich bereits im vergangenen Jahr kritisch zu Trans-Athletinnen im Tennis geäußert. In einem Interview mit Piers Morgan sagte sie: „Ich habe das Gefühl, dass sie immer noch einen großen Vorteil gegenüber den Frauen haben.“ Es sei „unfair gegenüber den Frauen, dass sie im Grunde gegen biologische Männer antreten müssen“.
Ablauf des SRY-Tests
Der von IOC und WTA eingesetzte Test ist der sogenannte SRY-Test. Das SRY-Gen befindet sich auf dem Y-Chromosom und leitet normalerweise die männliche Geschlechtsentwicklung ein. Der Nachweis dieses Gens führt beim IOC – mit wenigen Ausnahmen wie einer diagnostizierten Störung der Geschlechtsentwicklung – zum Ausschluss von Frauenwettbewerben. Die Untersuchung kann mittels Speichelprobe, Wangenschleimhautabstrich oder Bluttest durchgeführt werden.
Mit der Einführung dieser Tests will die WTA für klare und einheitliche Teilnahmebedingungen sorgen und die Fairness im Frauen-Tennis gewährleisten.



