Die hohen Gewinne britischer Banken haben Forderungen nach einer höheren Bankenabgabe ausgelöst. Insbesondere die jüngsten Quartalszahlen von Barclays heizen die Debatte an. Die Großbank steigerte ihren Gewinn vor Steuern im zweiten Quartal um 31 Prozent auf 3,3 Milliarden Pfund (3,83 Milliarden Euro). Unter dem Strich verdiente Barclays knapp 2,3 Milliarden Pfund, ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Gewerkschaften fordern höhere Abgabe
Paul Nowak, Chef des britischen Gewerkschaftsverbands TUC, sieht in den Rekordgewinnen einen klaren Beleg für die Leistungsfähigkeit der Branche. „Die Rekordgewinne von Barclays zeigen, dass es sich die Banken problemlos leisten können, mehr Steuern zu zahlen“, sagte Nowak. Er forderte die Regierung auf, die Bankenabgabe zu erhöhen. „Es ist an der Zeit, die Banken höher zu besteuern, um die Energiekosten zu senken“, so der Gewerkschaftsführer.
Druck auf Premier Burnham
Der neue Premierminister Andy Burnham steht nun unter Druck, diese Forderungen umzusetzen. Nowak betonte, dies sei eine Gelegenheit für Burnham, zu zeigen, auf welcher Seite er stehe. Der linke Flügel von Burnhams Labour-Partei unterstützt die Forderung nach einer höheren Besteuerung. Bereits jetzt zahlen die meisten britischen Banken einen Aufschlag von drei Prozent auf die Körperschaftsteuer. Der frühere Banker und Autor Philip Augar rechnet mit einer Erhöhung dieser Sondersteuer. „Das ist sehr wahrscheinlich“, sagte Augar der BBC.
Bonus-Pool ebenfalls gestiegen
Kritiker weisen zudem auf die gestiegenen Boni bei Barclays hin. Im ersten Halbjahr erhöhte die Bank den Bonus-Pool um fast 30 Prozent auf 1,3 Milliarden Pfund. Dies verstärkt den Eindruck, dass die Banken ihren Erfolg nicht ausreichend mit der Gesellschaft teilen. Die Debatte um eine höhere Bankenabgabe könnte in den kommenden Wochen an Fahrt gewinnen, während die Regierung über mögliche Maßnahmen berät.



