Bayerische Entwürfe im Finale um das neue Euro-Gesicht
Die nächste Generation der Euro-Banknoten nimmt Gestalt an. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die zehn besten Gestaltungsvorschläge aus einem europaweiten Wettbewerb ausgewählt. Wie die Behörde in Frankfurt bestätigte, gehören dazu auch mehrere Arbeiten, die von Designerinnen und Designern aus Bayern eingereicht wurden. Die Öffentlichkeit kann noch bis zum 16. August auf einer Online-Plattform über ihre Favoriten abstimmen.
Das Votum der Bürgerinnen und Bürger ist die erste von zwei Stufen der Entscheidung. Anschließend wird das Direktorium der EZB auf Basis der Resonanz den endgültigen Auftrag vergeben. Die Siegerentwürfe sollen später in die Produktion der neuen Serie einfließen.
Ein Wettbewerb mit Strahlkraft
Die Euro-Banknoten sind eines der sichtbarsten Symbole der Europäischen Union. Ihre Neugestaltung wird daher mit großer Aufmerksamkeit beobachtet. Nach Angaben der EZB sind derzeit mehr als 25 Milliarden Banknoten in den 20 Ländern der Euro-Zone im Umlauf. Diese Zahl macht deutlich, welch große Verantwortung auf den ausgewählten Gestaltern lastet.
Die zehn Finalisten wurden von einer Fachjury aus mehreren hundert Einsendungen ausgewählt. Die Jury bewertete neben ästhetischen Aspekten auch die technische Umsetzbarkeit der Entwürfe. So sollen die neuen Banknoten mit modernsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet sein, die eine Fälschung praktisch unmöglich machen.
Mehr als nur Design: Sicherheit und Nachhaltigkeit
Die neuen Euro-Banknoten müssen nicht nur schön sein, sondern auch sicher. In den letzten Jahren ist das Fälschen von Banknoten zwar seltener geworden, dennoch investiert die EZB kontinuierlich in bessere Sicherheitsmerkmale. Dazu gehören unter anderem Wasserzeichen, Hologramme und spezielle Drucktechniken, die bereits im Anfangsstadium der Gestaltung berücksichtigt werden müssen.
Darüber hinaus spielt die Ökobilanz eine immer größere Rolle. Die Produktion von Baumwollpapier, auf dem die aktuellen Banknoten basieren, ist ressourcenintensiv. Die EZB forscht deshalb an nachhaltigen Alternativen. Die neuen Banknoten könnten aus recycelten oder biobasierten Materialien hergestellt werden. Das wäre ein Novum in der Währungsgeschichte.
Bayern als kreativer Hotspot
Dass ausgerechnet bayerische Vorschläge den Sprung in die Endauswahl geschafft haben, ist kein Zufall. Der Freistaat gilt als einer der führenden Standorte für Design und Kommunikation in Deutschland. Nicht zuletzt die exzellente Ausbildung an den Hochschulen trägt dazu bei, dass hier ein lebendiges Ökosystem aus kreativen Köpfen entstanden ist. Die jetzige Nominierung dürfte diese Position weiter stärken.
Unabhängig vom Ausgang zeigt der Erfolg der bayerischen Designs, dass die regionale Kreativindustrie international wettbewerbsfähig ist. Die beteiligten Designer dürfen sich nun über eine hohe mediale Aufmerksamkeit freuen.
Nächste Etappen auf dem Weg zur neuen Banknote
Nach dem Ende der Online-Abstimmung werden die Ergebnisse ausgewertet. Eine Jury wird dann eine Empfehlung aussprechen. Anschließend entscheidet das EZB-Direktorium. Die Umsetzung ist komplex: Bis zur Einführung der neuen Banknoten sind mehrere technische Entwicklungsphasen nötig. Die ersten neuen Scheine könnten nach aktuellen Planungen Ende der 2020er Jahre in Umlauf kommen.
Bis dahin werden die ausgewählten Entwürfe in einem mehrstufigen Verfahren getestet. Wichtig ist dabei nicht nur die Optik, sondern auch Haptik und Langlebigkeit. Die Banknoten müssen schließlich millionenfach in Umlauf gebracht werden und sollen dennoch sofort von den europäischen Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert werden.
Die Abstimmung ist anonym und dauert nur wenige Minuten. Eine Stimme pro Person ist möglich. Die EZB will sicherstellen, dass das Ergebnis repräsentativ ist. Für die bayerischen Finalisten beginnt nun eine spannende Zeit. Ob sie den Sprung auf die Banknoten schaffen, wird sich schon bald zeigen. Der Erfolg ist jedoch bereits jetzt ein Gewinn – für die Kreativszene und den Standort Bayern.



