EZB-Umfrage: Banken verschärfen Kreditstandards für Firmen im Euroraum
EZB: Banken verschärfen Kreditstandards für Firmen

Die Banken im Euroraum haben ihre Vergabestandards für Unternehmenskredite im Frühjahr 2026 erneut verschärft. Dies geht aus der aktuellen Umfrage der Europäischen Zentralbank (EZB) unter 159 Finanzinstituten hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die Straffung fiel jedoch geringer aus als im ersten Quartal und deutlich schwächer als von den Geldhäusern zu Jahresbeginn erwartet.

Auswirkungen des Iran-Krieges auf die Kreditpolitik

Hintergrund der vorsichtigeren Kreditvergabe sind die wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges. „Der Ausgang der Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran ist weiterhin mit Unsicherheit behaftet, wobei die Banken ihre Einschätzungen im Verlauf der Gespräche anpassen“, erklärte die EZB. Die Geldhäuser legten weiterhin großen Wert auf Risikobewertungen und beobachteten die Kreditrisiken insbesondere in den am stärksten betroffenen Sektoren genau.

Betrachtet man die größten Volkswirtschaften des Euroraums, so meldeten Banken in Deutschland, Spanien und Frankreich eine Verschärfung der Kreditstandards für Unternehmen. In Italien hingegen wurden die Standards gelockert. Für das dritte Quartal 2026 erwarten die Institute im Euroraum eine weitere, wenn auch moderatere Straffung der Kreditvergabebedingungen.

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Nachfrage nach Firmenkrediten steigt leicht

Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten hat sich im Frühjahr leicht verstärkt. Für das dritte Quartal prognostizieren die Banken einen moderaten Anstieg der Kreditnachfrage. Die Ergebnisse des sogenannten „Bank Lending Survey“ (BLS) dienen der EZB als wichtige Orientierungshilfe für ihre Geldpolitik.

Die EZB dürfte ihre Leitzinsen bei der nächsten Sitzung am Donnerstag unverändert lassen, so die Einschätzung des Research-Teams der Deutschen Bank. Die Ökonomen verweisen darauf, dass mit den jüngsten Preisanstiegen bei Öl und Gas die finanzmarktbasierten Erwartungen weiterer Leitzinserhöhungen wieder gestiegen seien. Eine Anhebung um einen Viertelprozentpunkt im September gelte als „nahezu sicher“.

EZB vor Zinspause? Inflation weiter über Ziel

Die EZB hatte den Leitzins bereits im Juni um einen Viertelprozentpunkt auf 2,25 Prozent angehoben. Mit einer Inflationsrate von zuletzt 2,8 Prozent verfehlt die Notenbank ihr Ziel von 2,0 Prozent weiterhin deutlich. Die Währungshüter wollen verhindern, dass der durch den wiederaufgeflammten Iran-Krieg angetriebene Anstieg der Energiekosten auf andere Preise übergreift und einen dauerhaften Inflationsschub auslöst.

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