Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer jüngsten Zinssitzung im Juli 2026 den Leitzins unverändert gelassen. Für Kunden des Neobrokers Trade Republic bedeutet dies: Der Einlagenzins bleibt bei 2,25 Prozent pro Jahr. Der Broker hatte zuvor nach der EZB-Erhöhung von 2,00 auf 2,25 Prozent im Juni nachgezogen und diesen Satz beibehalten.
Keine Änderung nach Juli-Sitzung
Trade Republic gibt den Einlagenzins der EZB direkt an seine Kunden weiter. Nachdem die EZB im Juni den Leitzins von 2,00 auf 2,25 Prozent anhob, erhöhte auch der Neobroker seine Verzinsung für nicht investiertes Guthaben entsprechend. Nun bleibt der Satz stabil. Marktbeobachter halten eine weitere Anhebung im Herbst für möglich, was dann auch höhere Zinsen bei Trade Republic bedeuten würde.
Zinsen im Überblick
Aktuell bietet Trade Republic einen Basiszinssatz von 2,25 Prozent p. a. auf das gesamte nicht investierte Guthaben – ohne Begrenzung der Einlagenhöhe. Die Zinsen werden monatlich ausgezahlt. Die Einlagensicherung erfolgt durch Verteilung auf Partnerbanken mit gesetzlicher Einlagensicherung bis 100.000 Euro; darüber hinaus fließen Gelder in Geldmarktfonds, die als Sondervermögen gelten.
„Der in den Liquiditätsfonds investierte Teil des Guthabens unterliegt nicht der Einlagensicherung. Es handelt sich um einen Geldmarktfonds, dessen Risiko sich aus den im Fonds befindlichen Wertpapieren ergibt“, erklärt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Dies sei für viele Kunden nicht auf den ersten Blick erkennbar.
Unterschied zum klassischen Tagesgeld
Anders als ein Tagesgeldkonto handelt es sich bei Trade Republic um ein verzinstes Girokonto, das mit dem Depot verknüpft ist. Das Geld ist jederzeit verfügbar, liegt aber auf einem Verrechnungskonto. Bei einem klassischen Tagesgeld zahlen Kunden Geld auf ein separates Konto ein, das ebenfalls jederzeit verfügbar ist und verzinst wird. Im Tagesgeld-Vergleich gibt es aktuell Angebote mit bis zu 4,0 Prozent Zinsen, allerdings oft nur für wenige Monate.
„Da innerhalb der EU jeder Staat allein für seine Banken haftet, empfehlen wir, zu prüfen, welche Einlagensicherung für das konkrete Tages- oder Festgeldangebot gilt“, erklärt Verbraucherschützerin Kerstin Hußmann-Funk. Deutschland gelte als kreditwürdig, die Einlagensicherung als sehr sicher. Bei größeren Beträgen sollten Sparer nicht mehr als 100.000 Euro bei einer Bank anlegen.
Rechenbeispiel: Trade Republic im Vergleich
Ein Vergleich über sechs Monate zeigt: Bei einer Sparsumme von 10.000 Euro erzielt Trade Republic mit konstant 2,25 Prozent einen Ertrag von rund 112,50 Euro. BBVA und Suresse Direkt Bank kommen mit 3,5 Prozent Aktionszins auf rund 175 Euro. Norisbank (4,0 Prozent bis Jahresende) erzielt rund 172,92 Euro, Chase (4,0 Prozent für vier Monate) rund 166,67 Euro und Consorsbank (3,4 Prozent für fünf Monate) rund 148,33 Euro. Trade Republic überholt andere Anbieter erst bei längeren Laufzeiten, wenn die Aktionszinsen auslaufen.
Sicherheit und Fazit
Trade Republic eignet sich vor allem für digitale Nutzer und flexible Sparer, die ihr Geld im Umfeld einer Investmentplattform verwalten möchten. Das klassische Tagesgeld richtet sich eher an sicherheitsorientierte Sparer, die Wert auf klare Rahmenbedingungen und volle Einlagensicherung legen. Die Wahl hängt letztlich vom persönlichen Sicherheitsbedürfnis ab.
Hinweis: Aktien und andere Investments sind mit Risiken verbunden, ein Totalverlust ist möglich. Die veröffentlichten Informationen ersetzen keine fachliche Beratung.



