Angesichts des nicht ausgestandenen Nahost-Konflikts fordert die Europäische Zentralbank (EZB) die nationalen Behörden auf, die Kapitalpuffer für Banken nicht zu senken. „Die Risiken für die Finanzstabilität im Euroraum sind in einem Umfeld anhaltender geopolitischer Spannungen und Unsicherheit erhöht geblieben“, erklärte der EZB-Rat am Mittwoch. Vor diesem Hintergrund sollten die nationalen Behörden die bestehenden Anforderungen an die Kapitalpuffer grundsätzlich beibehalten.
Unsicherheit durch Nahost-Konflikt
Mit Blick auf die Entwicklungen im Nahen Osten bestehe weiterhin erhebliche Unsicherheit, warnte die Europäische Zentralbank. Insbesondere eine Eskalation oder ein Fortdauern des Konflikts könnte die globalen Energie- und Rohstoffmärkte weiter beeinträchtigen, was nachteilige Auswirkungen auf die Inflations- und Wachstumsaussichten hätte. US-Präsident Donald Trump hat die Absichtserklärung zur Beendigung des Konflikts mit dem Iran für hinfällig erklärt. Die Vereinbarung sei „vorbei“, sagte Trump vor dem Nato-Gipfel in Ankara. Er wolle nicht mit Teheran verhandeln und mit dem Iran nichts mehr zu tun haben.
Verschärfung der Finanzierungsbedingungen
Geopolitische Entwicklungen haben laut der EZB bereits zu einer Verschärfung der Finanzierungsbedingungen geführt, auch wenn die Bewertungen im historischen Vergleich hoch bleiben und das Risiko einer abrupten Neubewertung bergen. Die Zentralbank gibt Banken im Euroraum eine Frist zur Abwehr von Cyber-Bedrohungen. Am Dienstag hatte die EZB den Banken im Euroraum eine Frist für Pläne zur Abwehr von Cyber-Bedrohungen gesetzt. Die oberste Bankenaufseherin der EZB, Claudia Buch, forderte die Institute auf, die Behebung von Schwachstellen zu beschleunigen und die Überwachungssysteme zu stärken.
Risiken durch Künstliche Intelligenz und Cyber-Bedrohungen
Auch Risiken im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz (KI) sowie Schwachstellen bei „Nicht-Banken-Finanzinstituten“ könnten Marktanpassungen weiter verstärken, betonte der EZB-Rat. Zudem nähmen Cybersicherheitsrisiken und hybride Bedrohungen für kritische Infrastrukturen zu: „In diesem Umfeld bleibt die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt ungünstigerer Szenarien hoch.“ Die Banken haben bis zum 31. Oktober Zeit, ihre Pläne zur Stärkung der Cyber-Abwehr einzureichen. Buch drängte die Banken dazu, veraltete Technologie zu modernisieren, die „Cyber-Hygiene“ zu verbessern sowie die Mechanismen für Krisenmanagement, Wiederherstellung und Informationsaustausch zu stärken.



