Mehr als 20 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargelds sollen die Scheine ein neues Design erhalten. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag in Frankfurt zehn Designvorschläge vorgestellt, über die Bürger des Euroraums nun bis zum 21. September auf der EZB-Website abstimmen können. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte, dass der EZB-Rat das Votum bei der endgültigen Entscheidung berücksichtigen werde.
Zwei Themenfelder stehen zur Wahl
Die Entwürfe teilen sich in zwei Designgruppen. Die erste Gruppe trägt den Titel „Europäische Kultur“ und zeigt bedeutende Persönlichkeiten wie den Komponisten Ludwig van Beethoven, den Künstler Leonardo da Vinci, die Physikerin Marie Curie und den Schriftsteller Miguel de Cervantes. Ziel sei es, das europäische Gemeinschaftsgefühl zu stärken, so die EZB. Fünf verschiedene Designs interpretieren diese Motive jeweils unterschiedlich.
Die zweite Gruppe mit dem Titel „Flüsse und Vögel“ stellt Naturmotive in den Mittelpunkt, etwa einen Eisvogel. „Diese Entwürfe repräsentieren die Grenzenlosigkeit, Freiheit und unsere Beziehung zur Natur“, sagte Lagarde. Sie erinnerten an die Verantwortung des Menschen gegenüber der Natur. Auch hier gibt es fünf verschiedene Gestaltungsvarianten.
Historischer Kompromiss wird aufgebrochen
Bislang zeigten die Euro-Scheine fiktive Architektur, um keine nationalen Vorlieben zu bedienen. Dieser Kompromiss aus den Anfängen der Währungsunion soll nun überwunden werden. Die neuen Entwürfe seien das Ergebnis eines europaweiten Designwettbewerbs, den der EZB-Rat gemeinsam mit einer Expertengruppe ausgerufen hatte. „Geld erzählt immer eine Geschichte“, hieß es seitens der EZB. Die ersten Scheine hätten die Geschichte eines vorsichtigen Europas erzählt, die neuen Entwürfe stünden für ein selbstbewussteres Europa.
Die endgültige Entscheidung über das künftige Design wird der EZB-Rat nach der öffentlichen Abstimmung treffen. Die neuen Banknoten sollen in den kommenden Jahren schrittweise in Umlauf gebracht werden.



