Neue Euro-Banknoten: Zwischen Berühmtheiten und Bürogebäuden
Neue Euro-Banknoten: Persönlichkeiten oder Vögel?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat zehn Entwürfe für neue Euro-Banknoten vorgestellt, über die Bürger bis September 2026 online abstimmen können. Die Gestaltungen sind modern, leichter zu unterscheiden und einige sogar vertikal ausgerichtet – was die korrekte Einführung in Geldautomaten vereinfachen dürfte. Besonders gelungen ist nach Ansicht vieler Beobachter die Serie mit Persönlichkeiten wie Maria Callas, Ludwig van Beethoven, Marie Curie Skłodowska, Miguel de Cervantes, Leonardo da Vinci und Bertha von Suttner. Diese Europäer haben die Welt nachhaltig bereichert und repräsentieren Wissenschaft, Kunst und Frieden.

Die Alternativen: Vögel und Architektur

Die zweite Serie zeigt europäische Vögel wie Störche und Basstölpel auf der Vorderseite und architektonische Symbole der EU auf der Rückseite. Die Vögel gelten als elegant, könnten aber laut Kritik ebenso auf Banknoten eines beliebigen anderen Kontinents abgebildet sein. Die EZB hat daher beschlossen, die Rückseiten unmissverständlich als europäisch zu kennzeichnen – etwa mit dem Hauptsitz des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg, drei bronzefarbenen Hochhäusern. Allerdings ähneln diese Gebäude denen in Cleveland oder Singapur, was die Wiedererkennbarkeit einschränkt.

Bürgerbeteiligung und Designentscheidung

Die Abstimmung läuft bis Ende September 2026 auf der Website der EZB. Die Gewinnerentwürfe sollen ab 2028 in Umlauf gebracht werden. Die EZB betont, dass die neuen Scheine sicherer und haltbarer sein werden. Die aktuelle Euro-Serie war 2013 eingeführt worden; ein Relaunch war aufgrund von Fälschungen und Alterung notwendig. Die neuen Designs sollen auch die Akzeptanz der Währung stärken.

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Historische Einordnung

Bisher zeigten Euro-Scheine fiktive Brücken, Tore und Fenster, die Stilepochen repräsentierten. Der Schritt zu echten historischen Persönlichkeiten ist neu. Während die Vögel-Serie Naturverbundenheit betont, polarisiert die Architektur-Darstellung: Sie sei zu institutionslastig. Der Journalist Jakob Hanke Vela kommentierte in einem Meinungsbeitrag, er bevorzuge die Personen-Serie, da diese echte europäische Identität stifte.

Unabhängig vom Ausgang der Abstimmung bleibt abzuwarten, ob die Banknoten tatsächlich schöner werden. Die EZB plant, die finale Entscheidung im Frühjahr 2027 zu verkünden.

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