Der Aufsichtsrat der Volksbank Brawo hat Heiner Arnoldi zum dritten Vorstandsmitglied bestellt. Der Schritt erfolgt wenige Wochen nach der Freistellung des bisherigen Vorstandschefs Jürgen Brinkmann, der aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die strategische Ausrichtung der Genossenschaftsbank gehen musste.
Sanierungsexperte mit Bafin-Erfahrung
Arnoldi, der zuletzt als Sonderbeauftragter der Finanzaufsicht Bafin bei der Volksbank Düsseldorf Neuss tätig war, soll künftig die erforderliche Restrukturierung vorantreiben und maßgeblich zur Sanierung beitragen. Dies teilte die Bank am Dienstag mit.
Die Volksbank Brawo hatte zuvor angekündigt, vorsorglich bei der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) einen Antrag auf Deckungsmaßnahmen stellen zu wollen. Die Geschäftsstrategie des Instituts war in der genossenschaftlichen Branche zunehmend auf Kritik gestoßen, da sie stark vom klassischen Modell einer regionalen Genossenschaftsbank abweicht.
Ungewöhnliches Geschäftsmodell
Die Volksbank Brawo ist mit zahlreichen Tochtergesellschaften und Beteiligungen breit aufgestellt. Dazu zählen unter anderem Fitnessstudios, Restaurants und Villen auf Mallorca. Insgesamt gehören zur Bank rund 400 Töchter und Beteiligungen, darunter mehrere Immobilienprojektgesellschaften, die weit außerhalb des ursprünglichen Geschäftsgebiets aktiv sind, etwa in Berlin, Hamburg und Münster.
Normalerweise konzentrieren sich Volksbanken auf das Kredit- und Einlagengeschäft in ihrem regionalen Geschäftsgebiet. Die Volksbank Brawo hingegen verfolgt ein ungewöhnlich diversifiziertes Modell, das in der genossenschaftlichen Finanzbranche als Ausnahmeerscheinung gilt.



