DAX erreicht neues Rekordhoch: Erstmals über 22.000 Punkte
DAX erreicht neues Rekordhoch: Erstmals über 22.000

Der deutsche Leitindex DAX hat am Freitag ein neues Rekordhoch erreicht und erstmals die Marke von 22.000 Punkten übersprungen. Der Index stieg bis zum Vormittag auf 22.014 Zähler, was einem Tagesgewinn von rund 0,8 Prozent entspricht. Damit setzt der DAX seinen Höhenflug fort, der ihn innerhalb eines Jahres um mehr als 30 Prozent nach oben getragen hat.

Auslöser für den Kursanstieg sind überraschend starke Geschäftszahlen mehrerer Konzerne aus Industrie und Technologie. Hinzu kommt die wachsende Zuversicht, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen noch in diesem Jahr senken wird. Auch die sinkenden Ölpreise und der etwas schwächere Euro stützen die Exportunternehmen.

Breite Rallye im Dax

Der Anstieg war breit abgestützt: Von den 40 Dax-Konzernen gewannen am Vormittag mehr als drei Viertel hinzu. Auffallend stark waren Autowerte und Chemieaktien. Auch die Nebenwerteindizes MDAX und TecDAX legten zu und erreichten den höchsten Stand seit Jahresbeginn.

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Nach Ansicht von Marktteilnehmern ist die Stimmung an den Börsen so gut wie seit Monaten nicht mehr. Die Sorge vor einer Rezession ist in den Hintergrund getreten. Stattdessen richten sich die Blicke auf die anstehende Sitzung der EZB im kommenden Monat, von der sich Anleger klare Signale für eine Lockerung der Geldpolitik erhoffen.

Historischer Schwellenwert geknackt

Die Marke von 22.000 Punkten gilt als psychologisch wichtige Hürde. Analysten hatten diesen Schritt bereits seit Wochen erwartet, nachdem der DAX mehrmals knapp daran gescheitert war. Der Durchbruch wurde im Handelsverlauf von einer Kaufwelle begleitet, die auch von algorithmischen Handelssystemen weiter verstärkt wurde.

Der bisherige Rekordstand lag nur wenige Tage zurück. Bereits am Vortag war der DAX bis auf 21.998 Punkte gestiegen und damit nur knapp unter der runden Marke geblieben. Nun nimmt der Index die 22.000-Punkte-Schwelle offiziell und dürfte nach Einschätzung von Charttechnikern auf absehbare Zeit keine nennenswerten Widerstände mehr vor sich haben.

Zinssenkung als wichtigster Kursmotor

Die von den Märkten antizipierte Zinssenkung der EZB ist der wichtigste Treiber des aktuellen Aufschwungs. Sollte die Notenbank tatsächlich den Leitzins im Sommer reduzieren, würden Kredite für Unternehmen billiger und Aktien gegenüber Anleihen attraktiver. Viele Fondsmanager haben ihre Aktienquote daher bereits erhöht.

Ein weiteres Plus kommt aus den USA: Die dortige Konjunktur zeigt sich robuster als gedacht, was den Welthandel belebt. Gleichzeitig hat die amerikanische Notenbank angedeutet, den Zinserhöhungszyklus beendet zu haben. Diese Kombination aus Wachstum und sinkenden Zinsen ist für Aktienmärkte nahezu ideal.

Risiken bleiben bestehen

Trotz der Rekordjagd mahnen Beobachter zur Vorsicht. Die Bewertungen vieler Dax-Unternehmen sind inzwischen hoch, und eine Korrektur ist jederzeit möglich. Außerdem könnten geopolitische Konflikte oder eine überraschende Zinsentscheidung die Märkte erschüttern. Auch die Diskussion um mögliche US-Importzölle sorgt weiterhin für Verunsicherung.

Anleger sollten daher die kommenden Konjunkturdaten und Unternehmensmeldungen genau beobachten. Insbesondere die Inflationsraten geben Hinweise darauf, wie schnell die Notenbanken handeln können. Falls die Teuerung hartnäckig bleibt, könnte die Rally schnell ins Stocken geraten. Ein Steh- und Fallmoment wird zudem die Berichtssaison der amerikanischen Großbanken sein, die in der kommenden Woche startet.

Der heutige Rekord ist auch ein Ausdruck des gestiegenen Selbstbewusstseins am deutschen Aktienmarkt. Nach Jahren der Seitwärtsbewegung haben die Unternehmen ihre Bilanzen gestärkt und die Produktivität erhöht. Sollte die Weltwirtschaft weiter an Fahrt gewinnen, sind weitere Rekorde möglich. Die Phantasie vieler Börsianer reicht bis zur Marke von 23.000 Punkten.

Bis dahin dürfte der Weg jedoch von Kursschwankungen geprägt sein. Eine gesunde Konsolidierung nach dem kraftvollen Anstieg wäre für die längerfristige Stabilität des Marktes sogar wünschenswert. So bleibt die Lage für Anleger vielversprechend, aber nicht ohne Unsicherheiten.

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