Dax auf Rekordhoch: 25.912 Punkte nach Ölpreisrutsch
Dax steigt auf Rekordhoch: 25.912 Punkte

Der deutsche Leitindex Dax ist am Montag auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Zum Handelsauftakt erreichte der Dax einen Stand von 25.912,59 Punkten – ein Plus von 1,11 Prozent. Damit übertraf er das bisherige Rekordhoch von 25.900 Punkten, das Anfang Juli erreicht worden war.

Hoffnung auf US-Iran-Annäherung senkt Ölpreise

Der Auslöser für den Kursanstieg ist die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung zwischen den USA und Iran. US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende neue Gespräche mit Teheran angekündigt und zugleich einen geplanten Großangriff abgesagt. Diese Entwicklung ließ die Ölpreise zum Wochenbeginn kräftig nachgeben. Dadurch schwinden die Sorgen vor einer steigenden Inflation und höheren Leitzinsen, was Aktienmärkten in der Regel Auftrieb verleiht.

Zudem stützte eine deutliche Erholung von Technologieaktien in den USA und Asien den Handel. Auch in Deutschland legten Technologiewerte wieder spürbar zu, wobei Anleger sich an starken Vorgaben der US-Technologiegiganten orientierten. Erst kürzlich hatten Microsoft und Amazon mit ihren Quartalsberichten überzeugt und damit die Stimmung an den Börsen aufgehellt.

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Solide Berichtssaison stützt Aktien

Marktbeobachter sehen in der laufenden Berichtssaison einen weiteren Grund für die Hausse. Aktien-Stratege Mislav Matejka von JPMorgan hob hervor, dass das Gewinnwachstum der Unternehmen besser sei als vom Markt erwartet. „Das Gewinnwachstum ist besser als erwartet“, sagte der Experte. Alle Sektoren in den USA und fast alle in Europa verzeichneten im Vergleich zum Vorjahresquartal ein höheres Wachstum beim Ergebnis je Aktie.

Diese Entwicklung sei bemerkenswert, da sie sich trotz konjunktureller Sorgen und geopolitischer Spannungen vollziehe. Die starken Unternehmenszahlen geben dem Markt demnach eine solide Basis – selbst wenn die Notenbanken angesichts der zuletzt hohen Inflation einen restriktiveren Kurs einschlagen könnten.

Rückschlag von Mitte Juli überwunden

Erst Mitte Juli war der Dax deutlich unter Druck geraten. Nach einer verstärkten US-Militäraktion gegen Iran fiel der Index zeitweise auf rund 24.650 Punkte. Damals stieg der Preis für die Nordseesorte Brent vorübergehend wieder über die Marke von 100 Dollar je Barrel. Hohe Energiepreise gelten als Treiber der Inflation und belasten die Unternehmensgewinne.

Der zwischenzeitliche Einbruch ist damit vollständig aufgeholt. Die jüngste Kursrally zeigt, wie stark die Börsen auf politische Signale reagieren. Die angekündigten Gespräche zwischen Washington und Teheran werden von Anlegern als Zeichen einer möglichen Deeskalation gewertet. Sollte sich die Lage weiter entspannen, könnten die Ölpreise noch weiter sinken und die Konjunktur entlasten.

Experten warnen vor vorschneller Euphorie

Trotz der Rekordstände mahnen Analysten jedoch zu Vorsicht. Die geopolitischen Risiken sind keineswegs gebannt, und die Verhandlungen zwischen den USA und Iran könnten jederzeit scheitern. Auch die Inflationsentwicklung bleibt ein Unsicherheitsfaktor. Sollten die Teuerungsraten wieder anziehen, könnten die Notenbanken gezwungen sein, die Zinsen schneller zu erhöhen als bislang erwartet – das würde insbesondere hoch bewertete Technologieaktien unter Druck bringen.

Die kommenden Handelstage werden zeigen, ob der Dax sein Rekordniveau behaupten kann. Viele Investoren setzen auf eine Fortsetzung der positiven Berichtssaison und eine weiterhin entspannte Ölmarktlage. Für den deutschen Aktienmarkt bleibt die Entwicklung der US-Iran-Beziehungen damit der entscheidende Gradmesser.

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