Der Nahverkehr in Mecklenburg-Vorpommern ist besonders im Sommer chronisch überlastet. Neue Zahlen des Wirtschaftsministeriums zeigen, dass 2025 hunderte Fahrgäste nicht mitgenommen werden konnten. Die Daten wurden auf Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Sabine Enseleit veröffentlicht und basieren auf Angaben der Bahnunternehmen.
Deutsche Bahn meldet 432 Überfüllungsfälle
Die Deutsche Bahn, die etwa zwei Drittel des Nahverkehrs in MV betreibt, registrierte im vergangenen Jahr 432 Fälle von zurückgebliebenen Reisenden oder massiv überbesetzten Zügen. Das berichtete der „Nordkurier“ zuerst. Die Privatbahn Odeg erfasste 26 Fahrten, bei denen Passagiere wegen Überfüllung nicht mitreisen konnten. In einigen Fällen waren Reisende mit Fahrrad betroffen, für die kein Platz mehr war.
Beschwerden über überfüllte Züge stark gestiegen
Die Odeg verzeichnete 67 Beschwerden wegen überfüllter Züge – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 22 Beschwerden im Vorjahr. Die Kapazitätsengpässe treten laut Ministerium vor allem saisonal im Sommer auf und konzentrieren sich auf stark frequentierte Touristenstrecken: die Linien RE1 (Rostock–Hamburg), RE3/30 (Stralsund–Angermünde–Berlin), RE5/50/51 (Rostock/Stralsund–Neustrelitz–Berlin), RE8 (Wismar–Berlin) und RE9 (Rostock–Sassnitz/Binz).
Land reagiert mit Angebotsausweitung
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat als Reaktion die Zugkilometer um mehr als 1,6 Millionen erhöht. Auf der Achse Stralsund–Angermünde–Berlin wurde 2026 ein stündliches Angebot mit den Linien RE3/30 eingeführt, wodurch sich die Kapazität annähernd verdoppelt hat. Ob dies die Überfüllung in Zukunft deutlich reduziert, bleibt abzuwarten.



