Die Deutsche Bahn will Fahrgäste künftig schneller und verlässlicher über Verspätungen, Zugausfälle und Gleiswechsel informieren. Dazu startet das Unternehmen ein Sofortprogramm „Bessere Kundenkommunikation“, das Bahn-Chefin Evelyn Palla (53) und Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (58, CDU) am Vormittag in Berlin vorstellten. Kern des Programms ist eine Investition von 50 Millionen Euro in moderne IT und künstliche Intelligenz.
KI-Assistentin „Kiana“ hilft rund um die Uhr
Herzstück des Programms ist die KI-Assistentin „Kiana“, die Fahrgästen in der App und auf der Homepage rund um die Uhr und in über 100 Sprachen Informationen zu Verspätungen und Zugausfällen liefern soll. Palla betonte: „Wir investieren 50 Millionen Euro zusätzlich in moderne IT und künstliche Intelligenz. Damit machen wir die Kundeninformation verlässlicher, schneller und besser. Als Vielfahrerin weiß ich, wie wichtig es ist, jederzeit an die für mich relevanten Informationen zu kommen.“
Die Bahn modernisiert zudem ihre IT und die Prozesse in den Leitstellen komplett. Störungsmeldungen sollen schneller verarbeitet und an die Fahrgäste weitergegeben werden. Auch kurzfristige Gleiswechsel zeigt die Bahn-App „DB Navigator“ bald deutlich schneller an: Statt wie bisher nach rund 60 Sekunden erscheint die Information bereits nach etwa zwei Sekunden.
7.000 neue Anzeiger an Bahnhöfen
Nicht nur auf dem Smartphone, auch an den Bahnhöfen soll sich die Informationsqualität verbessern. Dazu werden deutschlandweit 7.000 neue Anzeiger installiert, ausdrücklich auch an kleineren Bahnstationen. Diese erhalten unter anderem Monitore mit Vorlesefunktion, um Fahrgäste mit Sehbehinderung besser zu erreichen.
Bundesverkehrsminister Schnieder zeigte sich erleichtert über die geplanten Verbesserungen: „Bisher ließen die Informationen für Reisende bei Verspätungen oder Zugausfällen oft zu wünschen übrig – ich begrüße sehr, dass sich das jetzt ändern soll.“
Palla räumt Probleme bei Sanierungen ein
Bahn-Chefin Palla gab jedoch auch zu, dass bei der Bahn noch nicht alles rund läuft. Jüngstes Beispiel: Die seit Februar für Modernisierungen gesperrte Strecke Nürnberg–Regensburg wird statt wie geplant am Freitag erst am 31. Juli wieder freigegeben. Grund dafür seien Verzögerungen bei der Sicherheitsüberprüfung der Stellwerktechnik. Palla will deshalb unter anderem das Konzept der „Korridorsanierung“ anpassen. Vor allem geht es ihr darum, wie Termine besser eingehalten werden können und die Kosten trotzdem nicht aus dem Ruder laufen.
Das Sofortprogramm zielt darauf ab, solche wochenlangen Verzögerungen wie bei der Sanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg künftig zu vermeiden. Palla kündigte an, alle Planungs- und Bauprozesse auf den Prüfstand zu stellen.



