Die Europäische Zentralbank (EZB) wird ihr Inflationsziel von 2,0 Prozent nach Einschätzung von geldpolitischen Beobachtern erst in zwei Jahren erreichen. Wie die EZB am Freitag zu ihrer vierteljährlichen Umfrage unter Volkswirten mitteilte, gehen die Experten wie bereits im Mai davon aus, dass die Inflation im laufenden Jahr 2,7 Prozent betragen wird. Für 2027 rechnen die Ökonomen nun mit einer Teuerungsrate von 2,2 Prozent – bei der vorigen Befragung hatten sie einen Wert von 2,1 Prozent veranschlagt. Im Jahr 2028 soll die Stabilitätsmarke der EZB von 2,0 Prozent dann genau getroffen werden.
Umfrage unter Volkswirten: Erwartungen leicht gestiegen
Die EZB erhebt viermal pro Jahr den sogenannten Survey of Professional Forecasters (SPF), bei dem Volkswirte zu ihren Wachstums- und Inflationsprognosen befragt werden. Die aktuelle Befragung wurde vom 1. bis 6. Juli durchgeführt. Die leichte Anhebung der Prognose für 2027 deutet darauf hin, dass die Experten von einer etwas hartnäckigeren Inflation ausgehen als noch vor drei Monaten.
Verbraucher erwarten niedrigere Inflation
Unterdessen sind die Inflationserwartungen der Verbraucher in den Euro-Ländern gefallen, wie eine separate Umfrage der Notenbank zeigt. Im Mittel rechneten die Menschen im Juni für die kommenden zwölf Monate mit einer Teuerungsrate von 3,0 Prozent, nach 3,5 Prozent bei der Befragung im Mai. Dies deutet auf eine allmähliche Beruhigung der Inflationssorgen in der Bevölkerung hin.
EZB lässt Leitzins unverändert
Der EZB-Rat beließ den Leitzins am Donnerstag auf seiner Sitzung unverändert bei 2,25 Prozent, ließ die Tür für eine Erhöhung im September jedoch offen. Die nächste Zinsentscheidung wird mit Spannung erwartet, da die Notenbank weiterhin gegen die hohe Inflation kämpft.



