Im südafrikanischen Kernkraftwerk Koeberg sind während Wartungsarbeiten mehrere Mitarbeiter radioaktiver Strahlung ausgesetzt gewesen. Wie Energieminister Kgosientsho Ramokgopa während eines Briefings am Sonntag mitteilte, sei jedoch kein radioaktives Material in die Umwelt gelangt. Die Vorfälle hätten sich auf zwei Reaktoren beschränkt, für die umliegenden Gemeinden habe zu keinem Zeitpunkt Gefahr bestanden.
Drei Vorfälle im Juli
Die Vorfälle in dem rund 40 Kilometer von Kapstadt entfernten Kraftwerk ereigneten sich am 30. Juni sowie am 2. und 7. Juli. Auslöser war nach Angaben des Ministers ein vorübergehender Stromausfall, der die Lüftungsanlagen beeinträchtigte. Die Strahlenbelastung der betroffenen Mitarbeiter habe, nach Angaben von Ramokgopa, unter der Belastung einer zahnärztlichen Röntgenaufnahme gelegen.
Der Leiter der Abteilung für Nuklearsicherheit, Velaphi Ntuli, erklärte, die Vorfälle seien nicht als meldepflichtige Ereignisse im Bereich der nuklearen Sicherheit einzustufen. „Die gemessenen Werte waren so gering, dass sie keine gesundheitlichen Auswirkungen haben“, so Ntuli.
Kernenergie als Teil der Energiezukunft
Das Land hat in den vergangenen Jahren mit extremen Stromausfällen gekämpft. Kernenergie wird von der Regierung als Baustein bei der Herstellung einer verlässlichen Energieversorgung gesehen. Bis 2039 will das Land zusätzliche Kernkraftkapazitäten in Höhe von 5,2 GW erschaffen, auch wenn es innerhalb der südafrikanischen Öffentlichkeit Bedenken angesichts der Pläne gibt.
Derzeit ist Südafrikas Stromversorgung noch stark von Kohle abhängig. Langfristiges Ziel der Regierung ist es, bis 2050 die Stromerzeugung größtenteils ohne fossile Brennstoffe leisten zu können. Ramokgopa betonte: „Die Vorfälle ändern nichts an unserer Strategie, Kernenergie als saubere und zuverlässige Energiequelle auszubauen.“



