Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hat eindringlich vor den geplanten Erhöhungen der Trassenpreise gewarnt. Diese könnten die Existenz des Deutschlandtickets gefährden, das seit seiner Einführung von Millionen Fahrgästen genutzt wird. In einer Mitteilung seines Ministeriums betonte Crumbach, dass das Deutschlandticket das größte Versprechen für bezahlbare Mobilität seit Jahrzehnten sei. Wer jetzt die Trassenpreise für S-Bahn und Regionalzüge massiv erhöhe, verabschiede sich faktisch von diesem Versprechen.
Hintergrund: Was sind Trassenpreise?
Die Trassenpreise, auch Schienenmaut genannt, sind Gebühren für die Nutzung des Schienennetzes. Der Europäische Gerichtshof hatte im März 2024 eine deutsche Regelung gekippt, die im Nahverkehr die Preise für die Schienennutzung gedeckelt hatte. Dies führt nun zu Nachzahlungen und Mehrbelastungen, die die Länder nach eigenen Angaben nicht stemmen können. Sie fordern vom Bund eine finanzielle Kompensation.
Drei fatale Optionen
Crumbach warnte, dass jeder zusätzliche Euro für Trassenentgelte den Druck erhöhe, entweder das Deutschlandticket weiter zu verteuern oder beim Angebot zu sparen. Beides sei falsch und gefährde die Attraktivität des Tickets. Steigen die Trassenpreise ohne eine deutliche Aufstockung der Regionalisierungsmittel durch den Bund, blieben nur drei Optionen: „Wir streichen Züge, wir machen Tickets teurer oder das Deutschlandticket wird zur Mogelpackung“, so der Minister.
Rechtliche Schritte geprüft
Crumbach kündigte an, dass Brandenburg nicht tatenlos zusehen werde, wie die Kosten auf die Fahrgäste abgewälzt werden. „Deshalb prüfen wir sehr genau, welche rechtlichen Schritte gegen die neuen Trassenpreis-Bescheide möglich sind, und sind bereit, auch vor Gericht zu ziehen.“ Die Länder fordern vom Bund eine Lösung, um das Deutschlandticket als Erfolgsmodell zu erhalten.



