Asiatische Shoppingplattformen wie Temu, Shein und AliExpress haben im zweiten Quartal 2024 einen Rekordmarktanteil im deutschen Onlinehandel erzielt. Laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh) entfielen 5,3 Prozent der gesamten Onlinehandelsumsätze auf diese Anbieter. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerten die Portale ihre Umsätze um mehr als 20 Prozent, während der Gesamtmarkt nur um 5,1 Prozent wuchs.
Besonders stark im Modehandel
Besonders ausgeprägt ist der Erfolg der asiatischen Plattformen im Online-Modehandel. Hier entfielen laut Bevh inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf Temu und Co. „Die asiatischen Plattformen sind vor allem wegen ihrer niedrigen Preise beliebt“, sagte Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Bevh-Hauptgeschäftsführer. Viele Verbraucher berichteten von einem positiven Einkaufserlebnis. Groß-Albenhausen hält es für möglich, dass die Anbieter ihren Umsatzanteil weiter ausbauen.
Neue Zollregeln für Billigimporte
Seit dem 1. Juli 2024 gelten geänderte Zollregeln für günstige Waren, die außerhalb der EU bestellt werden. Bislang galt eine Ausnahme für Lieferungen unter 150 Euro, die nun entfällt. Pro Warengruppe wird pauschal eine Zollabgabe von 3 Euro fällig. Der Bevh erwartet jedoch kaum Auswirkungen auf die asiatischen Anbieter. „Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen“, sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk.
Verbraucherstimmung bleibt angespannt
Während die asiatischen Plattformen deutlich zulegen können, bleibt die Verbraucherstimmung in Deutschland auf niedrigem Niveau. Laut dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) zeigt sich zwar ein positiver Trend, das Niveau bleibt jedoch niedrig. Vor allem der anhaltende Konflikt im Iran hat laut HDE massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbraucherstimmung. Für das Konsumbarometer werden monatlich 1.600 Haushalte repräsentativ unter anderem nach ihrer Anschaffungs- und Sparneigung befragt.



